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109 Covidpatienten immer noch stationär im Klinikum – Klatschen tut jedoch niemand mehr …

109 Covidpatienten immer noch stationär im Klinikum – Klatschen tut jedoch niemand mehr …

Von Thomas Thöne

Die Coronaschutzmaßnahmen wurden im ganzen Land gelockert, die Maskenpflicht ist in vielen Bereichen entfallen, Sportstätten, Märkte und Feste füllen sich mit Menschentrauben. Masken gehören nur noch selten zum Stadtbild. Es entsteht der Eindruck, alles ist wieder "normal".  Wäre da nicht die Situation in den Krankenhäusern, die noch gut belegt sind mit Covid-19-Patienten, auch im Ingolstädter Klinikum.

109 Covid-19-Patienten wurden dort heute, nach Mitteilung des städtischen Presseamtes, stationär behandelt. Davon liegen sechs Patienten auf der Intensivstation, zwei davon werden beatmet. Im Klinikum Ingolstadt werden nicht nur Ingolstädter, sondern auch Patienten von außerhalb behandelt.

Diese hohe Anzahl an Covid-Patienten bedeutet nach wie vor eine hohe Belastung für das pflegerische, ärztliche, therapeutische und diagnostische Personal in den Krankenhäusern. Schutzmaßnahmen und Hygienestandards sind zu beachten. Von der besonderen Überziehkleidung, mit dem vielfachem An- und Ausziehen, der aufwendigen Händedesinfektion bei jedem einzelnen Patientenkontakt, bis hin zu notwendigen Flächendesinfektionen. Hinzu kommt, dass beispielsweise im Ingolstädter Klinikum, durchgängig für alle Berufsgruppen und in allen Bereichen des Hauses eine FFP2-Maskenpflicht gilt. Beklatscht wird all dies heute nicht mehr, wir haben ja wieder "Normalität".

In dieser „Normalität“ müssen neben den Covidpatienten jetzt dringend die Menschen medizinisch und operativ versorgt werden, die während der bisherigen Pandemie auf Weisung des Gesundheitsministeriums nicht behandelt werden durften, die sogenannten elektiven und aufschiebbaren „Fälle“. Eine zusätzliche Belastung, zu der Versorgung der Infizierten. Klatschen tut auch dafür niemand mehr.

Waren während der Hochphase der Pandemie die Intensivstationen fast ausschließlich im Blickpunkt des medialen und damit des öffentlichen Interesses, nahm die auch hohe Belastung der sogenannten Normalstationen kaum jemand zur Kenntnis, auch heute nicht. Es ist ja alles wieder "normal" und geklatscht wird schon lange nicht mehr.

Während alles wieder so „normal“ ist und gefeiert wird, wäre weiterhin eine deutlich wahrnehmbare gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung für das Personal hilfreich und wichtig. Denn, die nächste Covid-19-Welle kommt sicher und das Personal wird, nicht nur dann, dringend benötigt.

Bleibt zu hoffen, dass die Vertreter der Kommunen sich bei den nächsten Verhandlungen zum Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes an die enormen Leistungen des Personals, auch in dieser „normalen“ Zeit, erinnern.

Eigene Berichterstattung unter Verwendung einer Pressemitteilung der Stadt Ingolstadt.

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