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420.000 Euro eingespart: Musikschule soll mehr bringen

Weniger Sachausgaben, unbesetzte Stellen und höhere Gebühren: Die Simon-Mayr-Sing- und Musikschule trägt nach Angaben der Stadt bereits rund 420.000 Euro im Jahr zur Haushaltskonsolidierung bei. Nun soll sie langfristig weitere 90.000 Euro jährlich einnehmen.

An diesem Mittwoch berät der Ausschuss für Finanzen und Personal über die Pläne. Eine Woche später soll der Stadtrat entscheiden. Vorgesehen sind mehr Angebote mit höherem Kostendeckungsgrad, regelmäßige Gebührenanpassungen und eine Ausweitung des sogenannten Ferienüberhangs der Lehrkräfte.

Die Prüfung ist Teil des städtischen Sparkurses. Der Stadtrat hatte im Dezember 2025 beschlossen, freiwillige Leistungen auf Umfang, Notwendigkeit und finanzielle Tragfähigkeit untersuchen zu lassen. Bei der Musikschule wurden deshalb auch andere Trägermodelle, zusätzliche Personalkürzungen und im äußersten Fall eine Schließung geprüft.

Empfohlen wird davon nichts. Nach Einschätzung der Verwaltung ist nach den bereits umgesetzten Maßnahmen kaum noch weiteres Einsparpotenzial vorhanden. Zusätzliche Kürzungen könnten den Unterricht weiter einschränken und zugleich Einnahmen kosten.

Seit 2023 wurde das Sachkostenbudget von rund 80.000 Euro auf etwa 40.000 Euro im Rechnungsergebnis 2025 reduziert. Weitere rund 330.000 Euro sollen 2026 durch Personalkürzungen und nicht wiederbesetzte Stellen eingespart werden. Hinzu kommen bis zu 40.000 Euro an zusätzlichen Gebühreneinnahmen. Ein Teil der Erhöhungen wurde bereits 2025 umgesetzt, weitere Anpassungen sollen ab September 2026 greifen.

Mehr Geld verspricht sich die Stadt vor allem von Gruppenangeboten und Kooperationen mit Kindertagesstätten, Schulen und anderen Einrichtungen. Dadurch sollen zusätzliche Gebühreneinnahmen und höhere Zuschüsse des Freistaats erzielt werden. Außerdem sollen neue Zielgruppen angesprochen werden.

Unterrichtsgebühren und Entgelte für Leihinstrumente sollen künftig regelmäßig überprüft und angepasst werden, etwa alle zwei Jahre. Zugleich warnt die Verwaltung davor, die Teilnehmer zu stark zu belasten. Sie tragen bereits einen erheblichen Teil der Kosten.

Der dritte Vorschlag betrifft den Ferienüberhang. Gemeint ist die Differenz zwischen den Schulferien und dem tariflichen Urlaubsanspruch der Lehrkräfte. Wird dieser Anteil erhöht, könnte zusätzliche Unterrichtszeit entstehen, ohne dass weitere Personalkosten anfallen. Dafür müsste die bestehende Dienstvereinbarung mit dem Personalrat zum Ende des Schuljahres 2026/27 gekündigt werden. Möglich wäre die Änderung frühestens ab September 2027. Voraussetzung wäre eine neue Vereinbarung mit dem Personalrat.

Im laufenden Jahr rechnet die Stadt zunächst mit 13.000 Euro zusätzlich. Für 2027 sind 61.000 Euro vorgesehen, ab 2028 jährlich 90.000 Euro. Zusammen mit den bisherigen Einsparungen und Mehreinnahmen würde die Musikschule damit langfristig mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr zur Haushaltskonsolidierung beitragen.

Die Einrichtung verzeichnet jährlich mehr als 2.700 Unterrichtsbelegungen. Sie bietet Unterricht vom Säuglingsalter bis ins hohe Alter an, ist an 23 Standorten vertreten und richtet jedes Jahr rund 100 Konzerte und Veranstaltungen aus. Zum 9. Juli standen 360 Personen auf der Warteliste.

Zum Stichtag 30. April waren 45 Lehrkräfte einschließlich der Schulleitung und zwei Sachbearbeiterinnen beschäftigt. Hinzu kam eine Bundesfreiwillige. Im Stellenplan sind 28 Vollzeitäquivalente vorgesehen, tatsächlich besetzt sind derzeit 24.

Die Folgen der Kürzungen sind bereits spürbar. Weil Stellen nicht wiederbesetzt wurden, kann Unterricht teilweise nicht mehr im bisherigen Umfang angeboten werden. Damit bleiben zugleich Gebühreneinnahmen aus.

Eine Schließung, einen Wechsel der Trägerschaft oder betriebsbedingte Kündigungen empfiehlt die Verwaltung nicht. Stattdessen setzt sie auf höhere Einnahmen und eine stärkere Auslastung der Angebote.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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