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Ein höheres Renteneintrittsalter findet unter den Mitgliedern der Gewerkschaft ver.di kaum Zustimmung. 83 Prozent der Befragten lehnen den Vorschlag ab, das gesetzliche Rentenalter an die statistische Lebenserwartung zu koppeln und damit schrittweise anzuheben. Nur elf Prozent halten das für richtig. Das geht aus einer nach Angaben von ver.di repräsentativen Mitgliederbefragung hervor, die mit Unterstützung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap durchgeführt wurde.
Die Ergebnisse zeigen zugleich, wie groß die Unsicherheit mit Blick auf die letzten Berufsjahre ist. 56 Prozent der Befragten bezweifeln, gesundheitlich bis zur Rente in ihrem bisherigen Umfang weiterarbeiten zu können. 40 Prozent gehen dagegen davon aus, dass dies eher oder sicher möglich sein wird. Noch verbreiteter sind die Sorgen um die finanzielle Absicherung im Alter. 81 Prozent geben an, sich zumindest einige Sorgen zu machen. Nur drei Prozent sagen, sie machten sich überhaupt keine Sorgen.
Auch die von ver.di kritisierten Pläne zur Änderung des gesetzlichen Acht-Stunden-Tages stoßen bei den Befragten auf deutliche Skepsis. 87 Prozent würden sich bei längeren täglichen Arbeitszeiten stärker um ihre Gesundheit sorgen. 81 Prozent erwarten größere Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Freizeit. 60 Prozent befürchten, dass Arbeitgeber stärkeren Druck ausüben könnten, länger zu arbeiten.
Die Hoffnung, Beschäftigte könnten ihre Arbeitszeit im Gegenzug selbstbestimmter verteilen, teilt nur eine Minderheit. 21 Prozent stimmen dieser Einschätzung zu, 71 Prozent widersprechen. Deutliche Zustimmung gibt es dagegen für die Einführung einer Vermögenssteuer. 81 Prozent der befragten ver.di-Mitglieder sprechen sich dafür aus, 14 Prozent dagegen.
Ver.di-Vorsitzender Frank Werneke wertet die Ergebnisse als „starkes Signal“ an die Bundesregierung. Die Gewerkschaft fordert, am Acht-Stunden-Tag festzuhalten, das Rentenalter nicht weiter anzuheben und große Vermögen stärker zur Finanzierung des Sozialstaats heranzuziehen.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di; redaktionell bearbeitet.