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Achim Werner – Ade SPD, Grüß Gott Linke

Die Ingolstädter SPD brütete heute Mittag noch über ihrer Stadtratsliste, da serviert die Linke schon den Nachtisch: Achim Werner, 72, SPD-Urgestein und stellvertretender Fraktionschef, steht plötzlich bei ihr auf der Liste. Auf Platz 16.

53 Jahre SPD, seit 1984 im Stadtrat, 15 Jahre im Landtag, beim VdK bis in die Bundesgremien. Kein Hinterbänkler, sondern ein Langstrecken-Sozi mit Verfassungsmedaille.

Listenplatz-Poker

Werner wollte Platz 5 berichten Parteimitglieder, die SPD bot ihm Platz 7 – „ein Spitzenplatz der Männer auf der SPD-Liste“, wie SPD-Chef De Lapuente betont. Offenbar nicht spitzen genug.

„Dieser Schritt ist mir nicht leichtgefallen“

„Nach 53 Jahren SPD ist mir dieser Schritt nicht leichtgefallen“, sagt Werner. Zwei Gründe nennt er: Erstens der Rückzug von OB Scharpf – „ein Vertrauensverlust, unüberseh- und unüberhörbar“. Zweitens die Bundespolitik. Grenzkontrollen? „Ein No-Go.“ Bürgergeld-Debatte? „Eine Hatz auf die Ärmsten, während Steuerhinterziehung Milliarden kostet.“

Konsequenzen

Mit Werner im Gepäck hätte die Linke erstmals Fraktionsstatus im Ingolstädter Stadtrat. Das Bündnis mit der ÖDP wäre Geschichte. Für die SPD: weniger Stadtratsmandate und weniger Einfluss. Die Alternative: Werner bleibt Einzelkämpfer, fraktionslos, ohne Ausschüsse. Die Folge für den Stadtrat: Die Ausschüsse und Aufsichtsräte müssten neu berechnet werden.

De Lapuente staunt

„Noch gestern zusammen auf einem SPD-Sommerfest und kein Wort von Achim Werner von seiner Kandidatur bei der LINKEN und heute der Abgang“, wundert sich der SPD-Chef. „Wir haben ihm Platz 7 angeboten, ein Spitzenplatz für die Männer.“ Das Verfahren sei offen und transparent gewesen. Unverständnis pur.

Auf die Frage, wer bei der SPD nicht mehr antritt, wollte De Lapuente nichts sagen. „Von mir geht nichts raus!“ Stimmt. Rausgegangen ist kein Name, wer von den bisherigen SPD-Stadträten nicht mehr kandidierte – sondern Werner.

Quelle: Eigene Berichterstattung.

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