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In der gestrigen Stadtratssitzung wurde, wie berichtet, über den Ammoniakeinsatz in der Ingolstädter Scheelestraße gesprochen. Dass eine Strafanzeige gegen den Feuerwehreinsatzleiter vorliegt und dass es dazu ein Schreiben an Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) gibt, wurde unter diesem Tagesordnungspunkt nicht öffentlich mitgeteilt. Nach Informationen, die O-T(h)öne erreichten, war dies auch in der nichtöffentlichen Beratung nicht Gegenstand der Unterrichtung.
Inzwischen liegen entsprechende Unterlagen mehreren Fraktionsvorsitzenden vor — allerdings nicht durch die Stadtspitze. Es handelt sich um ein Schreiben zum Ablauf der Stadtratssitzung; als Anlagen beigefügt waren ein Schreiben an Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) vom 22. Juni 2026 sowie die Kopie einer auf den 21. Juni 2026 datierten Strafanzeige.
Auch dem Nachrichtenportal O-T(h)öne liegen diese Unterlagen vor. Den angeschriebenen Fraktionsvorsitzenden ist damit der Anzeigeerstatter namentlich bekannt.
Eine Strafanzeige ist kein Nachweis für ein Fehlverhalten. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ob die Staatsanwaltschaft überhaupt einen Anfangsverdacht sieht und ein Ermittlungsverfahren gegen den Einsatzleiter einleitet, bleibt abzuwarten. Der tatsächliche Einsatzablauf ist durch die Anzeige nicht abschließend geklärt. Die mehreren Fraktionsvorsitzenden und O-T(h)öne vorliegenden Unterlagen geben eine Sichtweise wieder, die zur Strafanzeige geführt hat.
Nach Darstellung des Anzeigeerstatters geht es insbesondere um die Frage, wann und wodurch Feuerwehrangehörige einer Ammoniakexposition ausgesetzt worden sein sollen. Nach dieser Darstellung soll dies in einer späteren Einsatzphase geschehen sein. Behördlich bestätigt ist diese Darstellung bislang nicht. Für die politische und fachliche Aufarbeitung kann sie dennoch von Bedeutung sein.
Für den Stadtrat stellt sich nun die Frage, warum unter dem entsprechenden Tagesordnungspunkt nach den O-T(h)öne vorliegenden Informationen weder öffentlich noch nichtöffentlich über die Strafanzeige und das Schreiben an den Oberbürgermeister informiert wurde.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel knüpft an die bisherige Berichterstattung von O-T(h)öne zum Ammoniakeinsatz in der Scheelestraße an. Grundlage sind die öffentliche Stadtratssitzung, eigene Recherchen sowie dem Nachrichtenportal O-T(h)öne vorliegende Unterlagen. Die darin enthaltene Darstellung gibt die Sichtweise des Anzeigeerstatters wieder und ist nicht mit einer behördlichen Feststellung gleichzusetzen. Es gilt die Unschuldsvermutung.