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Audi-Abhängigkeit: Warnungen wurden ignoriert

Herr Professor Greca, der mich vor Jahrzehnten zur Standortsituation in Ingolstadt interviewte, hat mit seinem Gutachten 1992 das zu Papier gebracht, was viele Unternehmer damals auch schon wussten, aber sich nicht zu sagen trauten. Man lebte gut von Audi, aber sah die Risiken und suchte still neue Standbeine und vor allem Standorte. So wie bereits mein Großvater seine Fühler nach Berching ausgestreckt und mein Vater die Fertigung schließlich fast komplett dorthin verlegt hatte, so wurde auch meinem Unternehmen die Chance gegeben, sich 1994 mit rund 50 Mitarbeitern in Bruckin der Oberpfalz anzusiedeln. Aus diesen sind zwischenzeitlich rund 1000 Personen geworden, die in der Oberpfalz ein gutes Auskommen in unserer Firmengruppe gefunden haben. Als eingefleischtem Schanzer blutet mir oft das Herz ob der von der Stadtspitze, einigen Medienvertretern und nicht zuletzt etlichen Mitgliedern des Stadtrates rosarot vorgetragenen Zukunftsträume, die jetzt geplatzt sind. Nun wird dieser Stadtrat bald nichts mehr eigenständig entscheiden dürfen. Und so frage ich mich: Wer wird sich überhaupt noch für dieses Kommunalparlament aufstellen lassen? Und was wäre gewesen, wenn das Bürgerbegehren gegen die Kammerspiele nicht von den FREIEN WÄHLEN & Co. initiiert und damit gestoppt worden wäre? Hoffen wir für die kommenden Generationen, dass Entscheider in der Stadtpolitik und schreibende Meinungsbildner künftige Probleme nicht nur rechtzeitig erkennen, sondern auch tatkräftig Lösungen nicht nur aufzeigen, sondern auch dafür werben und sie umsetzen!

Franz Schabmüller senior

Anmerkung der Redaktion O-T(h)öne: Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder, nicht die der Redaktion. Die Verantwortung für den Inhalt eines Leserbriefes trägt allein der Verfasser. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Leserbriefe müssen den Vor- und Nachnamen sowie eine Adresse beinhalten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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