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Audi-Werk vor dem Aus?

Die Nachricht betrifft Audi – aber nicht das Stammwerk Ingolstadt: Nach Recherchen der „Wirtschaftswoche“ soll der Volkswagen-Vorstand das Ende der Fahrzeugproduktion in Neckarsulm für 2034 beschlossen haben. Auch drei weitere deutsche Standorte sind betroffen. Volkswagen selbst hat den Inhalt des internen Papiers bislang nicht bestätigt.

Für Audi ist es eine Nachricht, die auch in Ingolstadt aufhorchen lässt. Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ soll der Volkswagen-Vorstand einstimmig ein weitreichendes Transformationskonzept beschlossen haben. Darin werden für vier deutsche Werke konkrete Termine genannt, zu denen die Fahrzeugproduktion enden soll.

In Emden und Zwickau wäre demnach 2031 Schluss, bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover 2032. Für das Audi-Werk Neckarsulm nennt das Papier das Jahr 2034. Die „Wirtschaftswoche“ beruft sich auf ein ihr vorliegendes internes Dokument, das die Beratungen des Volkswagen-Aufsichtsrats am 3. und 4. September vorbereiten soll.

Das Audi-Stammwerk Ingolstadt gehört nicht zu den vier Standorten, für die in dem bekannt gewordenen Papier ein Produktionsende vorgesehen sein soll. Das bedeutet allerdings nicht, dass der umfassende Sparkurs des Volkswagen-Konzerns für Ingolstadt ohne Folgen bleiben muss.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Noch wenige Tage zuvor hatte Konzernchef Oliver Blume nach einem Bericht des SWR angekündigt, für alle Standorte Perspektiven entwickeln zu wollen. Die konkrete Ausarbeitung sollte demnach sechs bis zwölf Monate dauern. Nun berichtet die „Wirtschaftswoche“ von einem bereits einstimmig beschlossenen Vorstandskonzept mit konkreten Jahreszahlen.

Brisant ist auch die Rolle des Aufsichtsrats. Nach Darstellung der „Wirtschaftswoche“ könnte der Vorstand das sogenannte „Leerlaufen“ bestehender Werke möglicherweise ohne Zustimmung des Kontrollgremiums umsetzen. Das Magazin beruft sich dabei auf die Satzung des Konzerns und auf hochrangige Insider. Ob diese Auslegung rechtlich Bestand hätte, ist damit nicht abschließend geklärt.

Volkswagen selbst hat den Inhalt des Papiers bislang nicht bestätigt. Mehrere Medien berichten unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP, ein Konzernsprecher habe auf Anfrage erklärt, interne Unterlagen würden nicht kommentiert. Diese würden in den zuständigen Gremien beraten und verabschiedet; diesem Prozess wolle Volkswagen nicht vorgreifen.

Dass vier deutsche Standorte unter erheblichem Druck stehen, war bereits vor Bekanntwerden des internen Papiers deutlich geworden. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, erklärte Finanzvorstand Arno Antlitz bei einer Sonder-Betriebsversammlung in Hannover, aus heutiger Sicht gebe es für vier deutsche Standorte keine wirtschaftliche Nachfolgebelegung, wenn die aktuellen Produkte Anfang der 2030er-Jahre auslaufen. Als Grund nannte er unter anderem deutliche Kostenunterschiede zu anderen europäischen Werken.

IG Metall und Arbeitnehmervertreter haben Widerstand gegen mögliche Werksschließungen angekündigt. Ob aus dem berichteten Vorstandskonzept tatsächlich das endgültige Produktionsende an allen vier Standorten wird, ist damit noch nicht entschieden.

Transparenzhinweis: Eigenberichterstattung.

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