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Die Schwäche der bayerischen Industrie zeigt sich nicht überall gleich. Einige Bereiche legen zu, andere halten sich knapp über Vorjahresniveau. Doch ausgerechnet zwei der wichtigsten Branchen des Freistaats ziehen die Bilanz nach unten: die Autoindustrie und der Maschinenbau.
Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik lag die Produktion der Industrie im April 2026 preisbereinigt um 2,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Erfasst wurden das Verarbeitende Gewerbe sowie Bergbau und die Gewinnung von Steinen und Erden, jeweils in Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten.
Besonders deutlich war der Rückgang bei den Investitionsgüterproduzenten. Dort sank das Produktionsvolumen im April um 6,1 Prozent. In anderen Bereichen fiel die Entwicklung günstiger aus: Bei den Vorleistungsgüterproduzenten stieg die Produktion um 2,6 Prozent, bei den Verbrauchsgüterproduzenten um 0,2 Prozent.
Auch der Blick auf die ersten vier Monate des Jahres fällt gedämpft aus. Von Januar bis April lag die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes um 2,3 Prozent unter dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Bei den Investitionsgüterproduzenten betrug das Minus 5,1 Prozent. Vorleistungsgüterproduzenten kamen dagegen auf ein Plus von 1,2 Prozent, der Verbrauchsgütersektor auf 0,3 Prozent.
Auffällig ist vor allem die Entwicklung in den beiden Schwergewichten der bayerischen Industrie. Die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen lag im bisherigen Jahresverlauf um 8,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Maschinenbau betrug der Rückgang 8,3 Prozent. Beide Branchen prägen die industrielle Stärke Bayerns seit Jahrzehnten; ihre Schwäche fällt deshalb stärker ins Gewicht als Ausschläge in kleineren Bereichen.
Noch größer war das Minus bei der Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen, die um 12,0 Prozent zurückging. Zuwächse gab es hingegen im sonstigen Fahrzeugbau mit 11,2 Prozent, bei pharmazeutischen Erzeugnissen mit 9,4 Prozent und bei elektrischen Ausrüstungen mit 8,1 Prozent.
Die Zahlen ergeben damit kein einfaches Krisenbild, aber ein klares Warnsignal: Bayerns Industrie bleibt unter Druck, vor allem dort, wo sie besonders stark ist. Regionale Daten veröffentlichte das Landesamt nicht.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik; redaktionell bearbeitet.