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Bildung rechnet sich

Investitionen in bessere Bildung könnten Deutschland langfristig zusätzliche Wirtschaftsleistung in Billionenhöhe bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Modellrechnung des ifo Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die ökonomischen Effekte würden sich allerdings erst über Jahrzehnte entfalten.

Nach Berechnungen der Forscher summiert sich der zusätzliche Ertrag nach rund 50 Jahren auf etwa 6,7 Billionen Euro. Nach 80 Jahren läge der kumulierte Wert bei rund 20,9 Billionen Euro – etwa das Fünffache des heutigen Bruttoinlandsprodukts. Voraussetzung dafür seien konsequente Reformen und anhaltende Investitionen.

Grundlage der Projektionen sind drei bildungspolitische Ziele, die Anfang des Jahres von drei Bildungsministerinnen unterschiedlicher Parteien vorgeschlagen wurden. Erstens soll die Zahl der Schülerinnen und Schüler halbiert werden, die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik verfehlen. Zweitens soll der Anteil derjenigen steigen, die die Regelstandards erreichen oder übertreffen – um 20 Prozent. Drittens soll die Leistungsspitze gestärkt werden, sodass 30 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler die Optimalstandards erreichen.

Die Studie beziffert die möglichen Effekte auch für einzelne Bundesländer. Für Nordrhein-Westfalen ergibt sich demnach ein potenzieller Zugewinn von rund 4,9 Billionen Euro an zusätzlicher Wirtschaftsleistung. Baden-Württemberg käme auf etwa 3,0 Billionen Euro, Bayern auf rund 2,8 Billionen. Die Beträge liegen jeweils deutlich über der heutigen jährlichen Wirtschaftsleistung der Länder.

Die Autoren weisen darauf hin, dass Bildungspolitik kein kurzfristiges Konjunkturinstrument ist. Die wirtschaftlichen Effekte entstehen erst, wenn besser qualifizierte Jahrgänge in den Arbeitsmarkt eintreten – dann jedoch dauerhaft.

Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung des ifo Instituts.

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