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Psychische Erkrankungen beginnen häufig früh – und das Versorgungssystem reagiert oft erst spät. In Berlin hat sich nun eine neue Allianz gegründet, die die Prävention psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen stärken will.
Die „Mental Health Alliance“ wird von mehreren Stiftungen und Organisationen getragen, darunter die Bertelsmann Stiftung, die Beisheim Stiftung, krisenchat, die alv Foundation, die Robert Bosch Stiftung und ProjectTogether. Das Bündnis versteht sich als unabhängige Plattform, die Akteure aus Wissenschaft, Politik, Versorgung, Wirtschaft und Jugendbeteiligung zusammenführen will.
Ziel ist ein stärker präventiv ausgerichtetes System der mentalen Gesundheitsförderung und -versorgung in Deutschland. Junge Menschen sollen frühzeitig unterstützt werden, um psychische Erkrankungen möglichst zu verhindern. Nach Angaben der Initiatoren zeigen bis zu 75 Prozent aller psychischen Erkrankungen erste Symptome vor dem 25. Lebensjahr.
Mehr Prävention gefordert
Derzeit fließen nach Darstellung der Allianz 4,8 Prozent der Gesundheitsausgaben in Prävention. Zugleich beziffern die Initiatoren die gesellschaftlichen Folgekosten psychischer Erkrankungen auf jährlich 147 Milliarden Euro. Frühzeitige Unterstützung könne individuelles Leid mindern und langfristig Kosten senken.
Inhaltlich beteiligen sich nach Angaben der Allianz Fachleute und Institutionen wie das Universitätsklinikum Ulm, die Charité am Campus Mitte, die Universität Greifswald, das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit sowie die DAK-Gesundheit. Auch kommunale und zivilgesellschaftliche Akteure sowie junge Menschen sollen eingebunden werden.
Vertreter der beteiligten Organisationen verweisen auf lange Wartelisten in der psychosozialen Versorgung, steigende Belastungen bei Kindern und Jugendlichen sowie wachsende Einsamkeit. Die Allianz will bestehende Angebote stärker vernetzen, bundesweit verbreiten und Modelle für ein gestuftes System von Prävention und Frühintervention entwickeln.
Konkrete gesetzgeberische Schritte oder Finanzierungszusagen sind mit der Gründung zunächst nicht verbunden. Die Initiative versteht sich als Impulsgeber für eine strukturelle Weiterentwicklung der psychischen Gesundheitsversorgung.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung von ProjectTogether und der Bertelsmann Stiftung; redaktionell bearbeitet.