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Bürgermeisterwahl: Hat der OB einen Plan – oder ist alles Zufall?

Griaß eich, i bins, da Schoasch, euer Rathauspförtner.

Ganz normaler Dienst. Tür auf, Tür zu. Und nebenbei hörst halt so a bissl was. Ned, weil i lauschen will. Sondern weil’s einfach passiert. Gespräche also.

Gestern Abend. Feierabend. I sitz daheim. Les no schnell, was so los is. Da les i im Internet in am Artikel: Da sagt der De Lapuente von den Sozis: „Es laufen Gespräche.“ I denk mir: Aha. Gespräche also. Und dann les i weiter: Der CSU-Wöhrl: „Mit uns wird ned geredet.“ Der Huber, CSU-Chef: „Auch nix.“ Der Stachel von den FREIEN WÄHLERN: „Bei uns hat sich aa keiner gemeldet.“

I sitz da und denk mir: Ja mei. Wenn mit keinem geredet wird. Mit wem wird dann eigentlich geredet? Oder reicht’s vielleicht schon, wenn nur einer redet – und die anderen gar ned wissen,
dass überhaupt gredt wird?

Und dann fällt mir ein, was i die letzten Wochen so g’sehn hab. Immer wieder die gleichen. SPD.
Grüne. Rein beim CSU-OB. Und wieder raus. Und zwar ned irgendwie – sondern mit so am Grinsen,
wo du denkst: Des war jetzt ned nur a kurzer Termin.

Einmal zwei im Gang: „Also wenn des so klappt, passt’s.“ „Ja, dann haben wir alles drin.“ Pause. „Und offiziell läuft ja noch nix.“ I steh daneben und denk mir: Aha. Offiziell. Ein andermal: „Warst oben?“ „Ja.“ „Und?“ – „Des wird.“ Pause. „Aber sag nix.“

I denk mir: Gut, dass i eh nix sagen darf. Und dann no so a Gespräch, halb im Weitergehen: „Wenn der Wöhrl bei der CSU antritt, wird’s eng.“ „Der tritt ned an.“ „Woher weißt des?“ „Des wird schon geregelt.“ Kurze Pause. „Von ganz oben.“

I bleib kurz stehen. Dann geh i weiter. I denk mir: So wird des also gmacht. Dann fang i zum Rechnen an. Und i sag’s glei: I kenn mi ned aus. I bin ja bloß der Pförtner. Aber irgendwann…
passt halt eins zum andern.

Gespräche gibt’s angeblich ned. Aber Termine gibt’s. Leit gehen eini. Leit kommen raus. Und Ergebnisse – die stehen irgendwie a scho im Raum, bevor überhaupt offiziell was beschlossen is.

Vielleicht läuft des ganz anders. Vielleicht ned über die, die offiziell miteinander reden sollten. Sondern über die, die einfach reden. Zuerst is der CSU-Hofmann weg. Dann steht da Wöhrl für die CSU da. Und dann…

Und der Wöhrl? I stell mir vor, wie des läuft. „Franz, schau – die Lage is schwierig.“ Pause. „Mehrheit seh ma aktuell ned.“ Noch a Pause.„Von ganz oben wird des aa so gesehen.“ Des is so a Satz, der entscheidet Sachen, ohne dass er offiziell irgendwas entscheidet. „Du kannst natürlich antreten…“
Pause. „Aber wir wollen ja ned, dass des schiefgeht.“ Und dann: „Es gibt da vielleicht… a andere Lösung.“ „Wenn du verzichtest, dann machst des für die Stadt.“

Für die Stadt. Des klingt immer gut. Aber i denk mir: Für welche? Für den CSU-OB, der angeblich, wie CSUler sagen, schon allwei ROT/GRÜN wollt? Also weiter genau wie bei seinem Vorgänger, dem Scharpf von der SPD? Für die Deneke Stoll? Für die Kleine? Für SPD und Grüne? Und wenn der Wöhrl noch einen Tag vor der Bürgermeisterwahl zurückzieht? Nach außen: Verantwortung.
Für bestimmte Leut: Plan aufgegangen, alles herausgezögert bis zur letzten Minute und dann die Schwarzen eiskalt erwischt.

Und dann wird plötzlich alles möglich. Deneke Stoll – nimmer CSU. SPD vielleicht. Von dene vorgeschlagen bei der Wahl. Zweite Bürgermeisterin. Hauptamtlich, mit Referat. Die GRÜNE-Kleine als Dritte. Auch hauptamtlich, ebenso mit Referat. Und dann werd noch gesagt: „Super – wir sparen sogar zwei hautberufliche Referenten.“

I denk mir: Und die CSU? Na, die wird schon auf Spur gebracht. Im Rathaus gibt’s immer einen,
der erklärt, warum plötzlich alles logisch is.

Und i steh wieder da an meiner Tür. Und denk mir: War des jetzt alles Zufall? Oder war des vielleicht doch a bissl besser organisiert, als man’s nach außen zugibt? Und dann denk i mir no was. Ganz leise. Wenn des alles wirklich nur Zufall is, dann wär des schon erstaunlich gut organisiert. Und wenn’s kein Zufall is, dann stellt sich halt a andere Frage. Ob des dann Führung is. Oder eher so a Laufenlassen, bei dem am End alles irgendwie passt – nur halt ned für alle. I bin ja bloß da Pförtner, aber an Zufälle glaub ich ned.

Und jetzt ganz ehrlich: Vielleicht stimmt des alles ned. Vielleicht hab i mir des z’sammgspunnen. Reden tu i mit niemandem darüber. Die taten mich ja sofort als Verschwörungstheoretiker abstempeln. I mein – stell dir des vor: Da Pförtner sagt, dass keiner miteinander redet und gleichzeitig alles genau so läuft, als hätten sich alle längst geeinigt.

Da brauchst gar nix mehr dazu sagen. Und dann bleibt am End nur no a Gedanke. Vielleicht gibt’s gar koa Geheimverhandlungen. Vielleicht gibt’s einfach nur Entscheidungen, bei denen manche früher wissen, wie sie ausgehen, weil sie dabei sind. Andere halt nicht.

So, jetzt reicht’s wieder. Jetzt hat des mit’m Hochdeutsch scho wieder ned klappt. Und g’schrieben hab i aa z’viel.

Also pfiat eich, sagt da Schoasch

O-T(h)öne – wo Satire keine Warnweste braucht.

Hinweis: Alle dargestellten Personen, Parteien und Ereignisse sind frei erfunden oder satirisch verfremdet. Ähnlichkeiten mit realen Vorgängen sind entweder zufällig – oder Ausdruck gesellschaftlicher Realität. Die geschilderten Dialoge und Situationen sind bewusst zugespitzt und stellen keine tatsächlichen Gesprächsverläufe dar.

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