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Christkindlmarkt: Barrierefreiheit mit Nachholbedarf

Nach Kritik des Sozialverbands VdK an der Barrierefreiheit deutscher Weihnachtsmärkte verweist die Stadt Ingolstadt auf einen Praxistest auf dem Christkindlmarkt.

Mitglieder des Inklusionsrates, Vertreter der Verwaltung und Marktbeschicker begingen jüngst gemeinsam den Christkindlmarkt. Geprüft wurden Wegeführung, Standzugänge sowie Tisch- und Thekenhöhen. Die Stadt verweist auf zwei Rampen, über die auch höher gelegene Bereiche des Christkindlmarktes erreichbar sind, sowie auf einzelne bereits rollstuhlgerechte Tische. Barrierefreie Angebote sollen künftig gebündelt im Christkindlmarkt-Flyer ausgewiesen werden. Konkrete Defizite nannte die Stadt in ihrer ursprünglichen Mitteilung nicht.

Auf Nachfrage des Nachrichtenportals O-T(h)öne benannte die Stadt Ingolstadt mehrere Defizite, die bei der Begehung festgestellt wurden. Demnach bieten nicht alle Stände mit Speisen und Getränken rollstuhlgerechte Tische an. Die betroffenen Betreiber hätten zugesagt, diese zum nächsten Christkindlmarkt bereitzustellen.

Überdies seien einzelne Stände des Christkindlmarktes nur über Stufen erreichbar. Hier solle weiterhin Personal unterstützen; zusätzlich sollen Klingeln angebracht werden, um Hilfe anzufordern. Podeste vor Verkaufsständen sollen künftig angeschrägt werden. Zudem erschwerten hoch angebrachte Essensablagen und Spuckschutzvorrichtungen die Ausgabe im Sitzen. Vorgesehen seien alternative Ablageflächen, Durchreichen oder Nebentüren.

Für die Umsetzung sieht die Stadt vor allem die Standbetreiber des Christkindlmarktes in der Verantwortung. Die angekündigten Maßnahmen sollen nach Angaben der Stadt bereits zum nächsten Christkindlmarkt greifen. Zu verbindlichen Vorgaben oder Kontrollen äußerte sich die Stadt nicht.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Stadt Ingolstadt und redaktionellen Nachfragen.

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