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Ein neuer Report der DAK-Gesundheit zeigt, wie stark psychische Belastungen junger Menschen seit der Pandemie zugenommen haben – und wie stabil sie inzwischen bleiben. Besonders betroffen sind Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren. In dieser Gruppe wurden 2024 rund 66,5 von 1.000 DAK-Versicherten wegen einer Angststörung behandelt, meist aufgrund sozialer Phobien oder Panikstörungen. Hochgerechnet entspricht das etwa 75.500 Jugendlichen. Gegenüber 2019 ist dies ein Anstieg um 53 Prozent. Die Zahl chronischer Angststörungen hat sich im selben Zeitraum verdoppelt.
Die Analyse basiert auf den Abrechnungsdaten von rund 800.000 Kindern und Jugendlichen und umfasst den Zeitraum von 2019 bis 2024. Erfasst wurden rund 42 Millionen ambulante und stationäre Behandlungen. Die Daten zeigen: Angststörungen treten seit 2021 in allen Altersgruppen auf einem konstant hohen Niveau auf. Besonders deutlich ist die Verfestigung bei älteren Mädchen. Auch Komorbiditäten nehmen zu; die Zahl derjenigen, die gleichzeitig unter einer Angststörung und einer Depression litten, stieg seit 2019 um rund 90 Prozent.
Ein ähnliches Muster gilt für Depressionen und Essstörungen. Die Behandlungszahlen jugendlicher Mädchen mit einer Depression liegen 2024 rund 27 Prozent höher als 2019; bei Essstörungen beträgt der Anstieg rund 38 Prozent. Seit 2021 verharren beide Werte nahezu unverändert auf einem hohen Niveau. Bundesweit befanden sich 2024 schätzungsweise 84.000 Mädchen wegen einer Depression in Behandlung sowie rund 23.000 wegen einer Essstörung.
Expertinnen und Experten sprechen von einem langfristigen „Erbe der Pandemie“. Neben fehlenden sozialen Kontakten verweisen sie auf überhöhte digitale Körper- und Glücksideale sowie auf den anhaltenden gesellschaftlichen Druck. Vertreter aus Medizin und Schülervertretungen sehen zusätzlichen Bedarf an Prävention, schulpsychologischer Betreuung und alltagsnahen Unterstützungsangeboten.
Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der DAK-Gesundheit.
