Werden Sie Unterstützer:in von O-T(h)öne
Machen Sie mit bei „Die Berichterstattung von O-T(h)öne ist mir etwas wert“. Ihre Mithilfe trägt dazu bei, dieses Angebot fortzuführen.


43,8 Prozent für die AfD in Sachsen-Anhalt. Christopher Hofmann überrascht das nicht. „Scheinheilig“ sei es, sich nach der Wahl plötzlich zu wundern, „wie schlimm alles ist“, sagt der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion. Die Entwicklung sei absehbar gewesen.
Hofmann kritisiert, dass Reformen aus seiner Sicht immer wieder dieselben Menschen treffen. Als Beispiel nennt er die Pflege: Wer sein Leben lang gearbeitet und ein Haus finanziert habe, müsse dieses möglicherweise für Pflegekosten einsetzen, während andere dieselben Leistungen erhielten. Ähnlich sei es bei Steuern und Gebühren. Sie gingen, so sein Bild, „oben in einen großen Trichter“ – und kämen unten beim selben Menschen an. „Ich weigere mich eigentlich zu sagen, wir müssen den Menschen mehr erklären“, sagt Hofmann. Wenn Entscheidungen immer länger erklärt werden müssten, müsse man sich fragen, ob möglicherweise die Entscheidung selbst falsch sei.
„Wieder mehr zuhören“
Nach einem solchen Wahlergebnis plötzlich mehr Bürgernähe zu fordern, hält Hofmann für falsch. „Wir müssen den Bürgern schon lange wieder mehr zuhören.“ Als Prioritäten nennt er Gesundheitsversorgung, Bildung und eine starke Wirtschaft. Hofmann kommt danach auf staatliche Ausgaben zu sprechen, die er angesichts steigender Belastungen für schwer vermittelbar hält. Das sei das „Glaubwürdigkeitsproblem, vor dem wir stehen“.
Auf die Frage nach Konsequenzen für Ingolstadt sagt Hofmann: Weil ihn das Ergebnis nicht überrascht habe, müsse er daraus nicht plötzlich „Riesenkonsequenzen“ ziehen. Es gehe nicht ums Erklären, sondern ums „Mitnehmen“: „nicht irgendwelche Geheimklüngeleien zu machen“, sondern offen und transparent zu arbeiten.
Lösel: „Die Bürger sind nicht zu blöd“
CSU-Stadtrat Christian Lösel, früherer Oberbürgermeister, sagt: „Die Bürger sind nicht zu blöd, es zu kapieren.“ Wer steigende Belastungen im eigenen Geldbeutel spüre, wisse, „was die Uhr geschlagen hat“. Lösel verweist auf wirtschaftliche und arbeitsmarktbezogene Zukunftsängste. 89 Prozent der AfD-Wähler hätten große Sorgen, dass die Preise so stark steigen, dass sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. In einer Nachwahlbefragung von infratest dimap lag dieser Wert bei 89 Prozent.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.
Anmerkung der Redaktion: Diese Berichterstattung erfolgt im Rahmen eines Gesprächs mit CSU-Fraktionsvorsitzendem Christopher Hofmann sowie den Stadträten Albert Wittmann und Christian Lösel am vergangenen Freitag. Weitere Themen des Gesprächs waren die Finanzlage und Haushaltskonsolidierung, Personal- und Verwaltungskosten, Steuern und Gebühren, Wirtschaft und Arbeitsplätze, Wirtschaftsförderung und Technologietransfer, das Klinikum und die Notfallversorgung, die weitere Entwicklung der Kliniklandschaft sowie Transparenz und politische Entscheidungswege. Die jeweiligen Artikel finden Sie auf www.o-thoene.de.
Weitere Fraktionen des Ingolstädter Stadtrates sind ebenfalls zu ausführlichen Gesprächen angefragt. Auch über diese wird dann in gleicher Form berichtet.