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Ein internes Schreiben. Ein klarer Titel. Und eine demonstrative Selbstvergewisserung. Noch am Tag, an dem die Brandmauer öffentlich diskutiert wurde, verschicken CSU-Kreisvorsitzender Stefan Huber und CSU-Fraktionsvorsitzender Franz Wöhrl eine Mitgliederinformation an die Parteibasis. Überschrift: „CSU Ingolstadt: Politik aus eigener Stärke“. Das Papier ist knapp. Die Botschaft eindeutig.
Die Selbstverortung und die Abgrenzung zur AfD
Die CSU Ingolstadt stehe für eine „verlässliche Politik der Mitte – klar in der Sache, offen im Dialog und konsequent im Handeln“. Man gehe „geradeaus nach vorne“ und orientiere sich nicht daran, „wer links oder rechts steht, sondern daran, was für Ingolstadt richtig ist“.
Im Zentrum steht die Abgrenzung. Die CSU habe „keine Kooperation mit der AfD gesucht und auch keine Kooperation vereinbart – weder formell noch informell“. Es gebe „keine Absprachen, keine gemeinsamen Vorhaben und keine abgestimmten Strategien“. Und weiter: Man habe es „nicht nötig“, eine „Gehhilfe“ zu brauchen – „weder in die eine noch in die andere Richtung“.
Parlamentarische Realität
Zugleich greift das Schreiben eine wiederkehrende Konstellation im Stadtrat auf. Wenn unterschiedliche Fraktionen in einzelnen Sachfragen gleich abstimmten, sei das „kein Bündnis, sondern parlamentarische Realität“. Entscheidungen würden „nicht nach links oder rechts, sondern nach vorne“ getroffen – mit Blick auf die beste Lösung für die Stadt.
Volkspartei und innere Vielfalt
Als Volkspartei versteht sich die CSU ausdrücklich. Unterschiedliche Blickwinkel seien „gelebte Demokratie, kein Lagerkampf“. Begriffe wie „Flügel“ griffen zu kurz. Ein Vogel fliege mit zwei Flügeln – links und rechts – bleibe aber derselbe Vogel.
Das Schreiben enthält auch Kritik an internen Akteuren. Von „denselben wenigen, nicht offen bekennenden Einzelpersonen“ ist die Rede, die Unterschiede größer schrieben, als sie seien, oder Gräben zögen, „wo keine sind“. Konkrete Namen nennt das Schreiben nicht.
Geschlossenheit als Signal
Nach der Oberbürgermeisterwahl habe man sich darauf konzentriert, „gemeinsam Verantwortung für Ingolstadt zu übernehmen“. Der Großteil der Mitglieder wolle eine CSU, die „selbstbewusst, geschlossen und verlässlich“ auftrete.
In einer sensiblen Phase des Wahlkampfs setzt die CSU Ingolstadt auf eine klare Botschaft: Abgrenzung durch Selbstdefinition. Nachdem die Stabilität der Brandmauer der örtlichen CSU öffentlich zum Thema geworden ist, formulieren Stefan Huber und Franz Wöhrl ihren Anspruch neu – nach innen beruhigend, nach außen demonstrativ.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.