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CSU schreddert Klinikfusion – Versprechen und Widerspruch

Ein Abend mit viel Diskussionsbedarf. Ob es etwas zu essen gab, wissen wir nicht. Sicher ist nur: Die CSU Ingolstadt hat ihr eigenes Klinikprogramm aufgestellt – und dabei gleich ein kostspieliges Gutachten politisch faktisch im Reißwolf geschreddert.

Mit einem Federstrich erklärt die CSU das PwC-Gutachten zur Fusion mit den kommunalen Landkreiskliniken und zur regionalen Gesundheitsversorgung für erledigt. „… wir das PwC-Gutachten, in seiner vorliegenden Form, nicht weiterverfolgen“, heißt es trocken in der CSU-Pressemitteilung. Eine klare Absage an die große Klinikfusion.

Wortwörtlich nennt die CSU vier Ziele: „Eine Notfallversorgung in Ingolstadt für alle Bürger durchgehend – 24/7 – ohne Einschränkungen gewährleisten.“ „Das Klinikum Ingolstadt zum Krankenhaus der Versorgungsstufe 3 (‚Maximalversorger‘) weiterentwickeln. Unter anderem deshalb können wir das PwC-Gutachten, in seiner vorliegenden Form, nicht weiterverfolgen.“ „Das Defizit im Ingolstädter Klinikum deutlich reduzieren.“ „Eine tragfähige und seriöse Lösung zum Erhalt der Kapazitäten der Klinik Dr. Maul erarbeiten.“

Vier Punkte, die wie ein All-inclusive-Paket klingen. Nur dass jeder Satz den anderen konterkariert. Ein Maximalversorger ausbauen – kostet Millionen. Defizite senken – verlangt Sparen. Maul-Klinik retten – birgt Risiken. Und gleichzeitig eine 24/7-Notfallversorgung garantieren? Das ist die Quadratur des Kreises.

Die CSU schreibt, man werde sich „in verschiedenen Formaten mit den unterschiedlichen Fachleuten (politisch und medizinisch) zeitnah abstimmen, um eine fundierte Lösung zu erarbeiten“. Klingt nach Expertise: Also erst Forderungen aufstellen und dann schauen, ob diese umsetzbar sind.

Widersprüche werden in der Pressemitteilung nicht thematisiert. Stattdessen serviert die CSU ein Menü aus allem: mehr Leistung, weniger Defizit, Klinik erhalten, Fusion beenden. Wahlkampf? Die CSU verneint: Das alles sei „Aufgabe der Politik“, „nicht nur im Wahlkampf, sondern jeden Tag“.

Am Ende lässt die CSU zentrale Fragen offen. Zurück bleiben offene Punkte – und voraussichtlich auch mehr als irritierte Landräte in der Region, die sich mit ihren Klinikchefs und politischen Gremien bereits auf eine gemeinsame Struktur vorbereitet haben. Während die CSU die Quadratur des Kreises verspricht, warten die politischen Nachbarn darauf, was die Ingolstädter Kommunalpolitik in der Gesamtheit entscheidet.

Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der CSU Ingolstadt.

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