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Der Krankenstand in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau. Beschäftigte, die bei der DAK-Gesundheit versichert sind, waren im Jahr 2025 im Durchschnitt 19,5 Kalendertage krankgeschrieben. Das zeigt eine Auswertung des IGES Instituts im Auftrag der Krankenkasse. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Wert kaum verändert.
Mit einem Krankenstand von 5,4 Prozent verharrt das Niveau damit auf Vorjahreshöhe. Den größten Anteil am Arbeitsausfall hatten erneut Atemwegserkrankungen. Sie verursachten ähnlich viele Fehltage wie im Jahr zuvor. Dahinter folgten psychische Erkrankungen, deren Bedeutung weiter zugenommen hat. Die dadurch bedingten Fehltage stiegen um 6,9 Prozent und liegen nun vor den Muskel-Skelett-Erkrankungen, die auf den dritten Platz zurückfielen.
Vorstandschef Andreas Storm spricht von einer Entwicklung, die eine vertiefte Ursachenanalyse erfordere. Er plädiert für einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt, an dem Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzteschaft und Krankenkassen beteiligt sein sollen. Als möglichen Ansatz nennt Storm die Einführung einer Teilkrankschreibung. Sie könne Beschäftigten ermöglichen, trotz gesundheitlicher Einschränkungen teilweise zu arbeiten und so den Arbeitsausfall begrenzen.
Grundlage der Analyse sind die Daten von rund 2,4 Millionen versicherten Beschäftigten. Psychische Erkrankungen verursachten 2025 rund 366 Fehltage je 100 Versicherte. Atemwegserkrankungen kamen auf 378 Tage, Muskel-Skelett-Erkrankungen auf 347 Tage. Zusammen entfielen auf diese drei Diagnosegruppen etwa die Hälfte aller Ausfalltage. Psychisch bedingte Krankschreibungen gehen dabei häufig mit besonders langen Fehlzeiten einher.
Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung lag 2025 bei knapp zehn Tagen. Bei Beschäftigten über 60 Jahren dauerte ein Krankheitsfall im Schnitt rund zwanzig Tage. Zwar treten Krankschreibungen in dieser Altersgruppe seltener auf, sie fallen jedoch zunehmend länger aus. Auf den Gesamtkrankenstand wirkt sich dieser Effekt bislang kaum aus.
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Branchen. Den höchsten Krankenstand verzeichnete das Gesundheitswesen mit 6,2 Prozent. Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen fehlten im Schnitt 22,5 Tage pro Jahr. Den niedrigsten Krankenstand wies die Datenverarbeitungsbranche auf: 3,4 Prozent bei durchschnittlich 12,6 Fehltagen pro Kopf.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der DAK-Gesundheit; redaktionell bearbeitet.
