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Autoritäre Systeme sind weltweit auf dem Vormarsch. Gleichzeitig wächst in vielen Ländern der Widerstand dagegen. Zu diesem Befund kommt der neue Transformationsindex der Bertelsmann Stiftung. Demnach werden 56 Prozent der 137 untersuchten Staaten inzwischen autokratisch regiert. Insgesamt 77 Länder gelten als Autokratien, davon 52 als sogenannte harte Autokratien, in denen Grundrechte weitgehend außer Kraft gesetzt sind – ein Höchststand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006.
Auch in bestehenden Demokratien beobachten die Forschenden eine schleichende Erosion. Gewählte Regierungen höhlten Institutionen gezielt aus, um ihre Macht zu sichern. Besonders betroffen seien Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Der Raum für öffentliche Debatten sei so eingeschränkt wie nie zuvor im Untersuchungszeitraum.
Zugleich verlieren Wahlen in vielen Staaten an Bedeutung. In 54 Prozent der untersuchten Länder erfüllen sie laut Bericht keine demokratischen Mindeststandards mehr. Teilweise werden sie manipuliert oder dienen lediglich der Legitimation bestehender Machtverhältnisse.
Der Index widerspricht zudem der Annahme, autoritäre Systeme seien besonders effizient. In mehr als 100 der untersuchten Länder wird Korruption nur unzureichend bekämpft, zwei Drittel davon sind Autokratien. Nur acht von 77 autoritären Regimen erreichen bei der Ressourceneffizienz das durchschnittliche Niveau demokratischer Staaten.
Auch sozial schneiden Autokratien schlechter ab. In rund zwei Dritteln dieser Länder sind Armut und Ungleichheit stark ausgeprägt. Staatliche Strukturen und wirtschaftliche Interessen greifen häufig ineinander, Wettbewerb wird eingeschränkt, soziale Unterschiede verfestigen sich.
Gleichzeitig zeigt der Bericht auch Gegenbewegungen. In mehreren Ländern kam es zu Protesten und politischen Veränderungen. Beispiele wie Polen oder Brasilien belegen, dass demokratische Kräfte an Einfluss gewinnen können. Auch in Ungarn deutet sich ein Wandel an: Langzeitregierungschef Viktor Orbán wurde inzwischen abgewählt.
Die Studie zeichnet damit ein widersprüchliches Bild: Während demokratische Institutionen weltweit unter Druck geraten, bleibt der gesellschaftliche Widerstand gegen autoritäre Entwicklungen lebendig.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Bertelsmann Stiftung; redaktionell bearbeitet.