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Deneke-Stoll (CSU) hält sich als Bürgermeisterkandidatin im Spiel

In der Ingolstädter CSU sollte die Sache eigentlich durch sein. Christopher Hofmann hat die fraktionsinterne Abstimmung als Kandidat für die Position des zweiten Bürgermeisters gewonnen – knapp, aber gewonnen. Amtsinhaberin Dorothea Deneke-Stoll ist unterlegen. So zumindest die Logik der Partei nach dieser Abstimmung. Nur: Die politische Realität hält sich nicht an diese Logik.

Seit Freitagabend machten – wie bereits berichtet – zwei Gerüchte in politischen Kreisen die Runde. Erstens: Deneke-Stoll würde bei der Wahl gegen Hofmann antreten. Zweitens: Sie könnte zur SPD-Stadtratsfraktion übertreten und von dieser als Kandidatin für das Amt der zweiten Bürgermeisterin vorgeschlagen werden. Das reichte, um die Parteioberen in Bewegung zu setzen. Am frühen Sonntagabend kam die CSU zu einem kurzfristigen Treffen zusammen. Nicht geplant, aber offenbar nötig.

Nach außen klang nach dem Gespräch alles geklärt. CSU-Fraktionschef Franz Wöhrl sprach gegenüber O-T(h)öne von Geschlossenheit. Dorothea Deneke-Stoll stehe hinter Christopher Hofmann.

Am nächsten Tag klingt das dann deutlich weniger geschniegelt. Gegenüber der Mediengruppe Bayern sagt Deneke-Stoll: „Wir warten ab.“ Das ist ein Satz, der wenig sagt – und politisch viel offen lässt. Nach Darstellung der Mediengruppe beschreibt sie ihr Verhältnis zu Hofmann als gut und macht ihre Haltung davon abhängig, ob die CSU überhaupt eine Mehrheit organisiert bekommt.

Und da wird es konkret: Gelingt ein Bündnis mit GRÜNEN und FREIEN WÄHLERN, hätte Hofmann rechnerisch eine knappe Mehrheit – 27 Stimmen. Dann wäre eine Kandidatur von Deneke-Stoll nicht sinnvoll. Oder, in ihren Worten: „Wenn das klappt, dann ist es so.“ Klappt es nicht, sieht die Sache anders aus. Dann werde die CSU die Lage neu bewerten, heißt es weiter. Dem Bericht zufolge steht Deneke-Stoll grundsätzlich bereit, das Amt weiterzuführen. Sie lässt die eigene Niederlage in der Fraktion politisch offen – und sich selbst damit im Spiel, zumal ihr aus dem Stadtrat aus mehreren Fraktionen Unterstützung signalisiert wird. Das ist der eigentliche Hebel für Deneke-Stoll, wieder ins Bürgermeisteramt zu kommen – eine Option über die CSU hinaus. In einer geheimen Abstimmung zählt nicht die Parteilinie, sondern die einzelne Stimme. Und genau dort entfaltet ihr „Wir warten ab“ Wirkung.

Aus dieser Perspektive könnten ihre Aussagen auch als Signal gelesen werden: Wer Christopher Hofmann nicht wählt, würde kein politisches Vakuum erzeugen. Folgt man dieser Lesart, würde ein Scheitern von Hofmann den Weg für Deneke-Stoll ins Amt der zweiten Bürgermeisterin ebnen. Voraussetzung wäre allerdings, dass die CSU sie selbst vorschlägt – was intern als eher unwahrscheinlich gilt.

Spannend wird es, wenn genau das nicht passiert. Sollte eine Kandidatur von Deneke-Stoll nach einer Wahlniederlage von Christopher Hofmann hingegen aus dem Stadtrat heraus zustande kommen, also ohne Vorschlag der CSU, birgt das erhebliches Konfliktpotenzial für die CSU-Stadtratsfraktion – eine Konstellation, die zur Zerreißprobe werden könnte. Dass solche Dynamiken keine Theorie sind, zeigt ein Blick nach Bamberg: Nach internen Konflikten im Zuge der Kommunalwahl verließen dort fünf Mitglieder die CSU-Fraktion und gründeten eine eigene Gruppierung.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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