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„Der König ist tot, es lebe der König“ – Wöhrl neuer CSU-Kandidat

Unmittelbar nach dem Rückzug von Christopher Hofmann hat die CSU in Ingolstadt ihre personelle Linie am gleichen Abend neu festgelegt. Die Stadtratsfraktion verständigte sich darauf, Franz Wöhrl als Kandidaten für das Amt des zweiten Bürgermeisters zu nominieren.

Die Entscheidung folgt auf eine Phase interner Spannungen, in der sich die zuvor getroffene Nominierung Hofmanns politisch nicht durchsetzen konnte. Innerhalb der CSU-Fraktion hatten sich Teile gegen den in geheimer Wahl bestimmten Kandidaten gestellt. Der Beschluss bestand formal – politisch getragen wurde er nicht von der gesamten CSU-Stadtratsfraktion. Nachdem sich in Gesprächen keine tragfähige Mehrheit für seine Wahl abgezeichnet hatte, zog Hofmann seine Kandidatur zurück und begründete dies mit der fehlenden politischen Grundlage.

Mit der rasanten Festlegung auf Franz Wöhrl reagiert die CSU auf die veränderte Ausgangslage. Innerhalb der Fraktion wird damit erkennbar versucht, nach den vorherigen Differenzen wieder zu einer einheitlicheren Linie zu finden und die eigene Handlungsfähigkeit zu sichern. Ob dies gelingt, darf man aufgrund der vielen Geschehnisse in der CSU hinterfragen.

In diesem Zusammenhang rückt auch die Rolle von Dorothea Deneke-Stoll erneut in den Fokus. Sie hatte im Vorfeld ihre Bereitschaft signalisiert, das Amt auszuüben, und wurde auch außerhalb der CSU als mögliche Option gegen Hofmann gesehen. In der politischen Betrachtung war die Personalfrage um Deneke-Stoll ein wesentlicher Faktor dafür, dass sich für Hofmann keine stabile Mehrheit bilden konnte.

Nach dessen Rückzug stellte sich Deneke-Stoll hinter die neue Linie der CSU, heißt es in einer Pressemitteilung des CSU-Kreisverbandes. Dort ist zu lesen: „Sie betont die Notwendigkeit, nach der vorangegangenen Entwicklung rasch Klarheit zu schaffen und ein gemeinsames Signal auszusenden.“ Ob diese Position auch über den aktuellen Zeitpunkt hinaus Bestand hat, bleibt abzuwarten.

Die politische Ausgangslage bleibt damit komplex. Nachdem sich bereits die erste Nominierung innerhalb der CSU nicht durchsetzen konnte und sich Mehrheiten auch über Fraktionsgrenzen hinweg verschoben hatten, steht weiterhin die Frage im Raum, ob und wie eine stabile Mehrheit organisiert werden kann.

Die schon am heutigen Abend von der CSU-Stadtratsfraktion getroffene Entscheidung erinnert an das bekannte Prinzip „Der König ist tot, es lebe der König“. Ob sich daraus eine stabile Mehrheit ergibt, wird sich in der konstituierenden Stadtratssitzung zeigen.

Die Entscheidung der CSU für Franz Wöhrl als zweiten hauptamtlichen Bürgermeister dürfte sowohl die SPD als auch Bündnis 90/Die Grünen kalt erwischt haben. Zuvor wurde aus deren Reihen – auch mit Unterstützung aus Teilen der CSU-Fraktion – hartnäckig versucht, Dorothea Deneke-Stoll erneut in das Amt der zweiten Bürgermeisterin zu bringen.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung unter der Verwendung einer Pressemitteilung des CSU-Kreisverbandes Ingolstadt.

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