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Die Hoffnung auf eine stetige Erholung hält derzeit kaum länger als einen Monat. Im Juli ist das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung deutlich auf 91,3 Punkte gefallen. So niedrig lag der Wert zuletzt im Herbst 2025. Die Marke von 100 Punkten, die für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft steht, rückt damit wieder in die Ferne.
Seit Februar folgt auf jeden Anstieg ein Rückgang. Das DIW sieht darin vor allem eine Folge der geopolitischen Unsicherheit. Der Krieg zwischen dem Iran und den USA, die unübersichtliche Lage in der Straße von Hormus und stark schwankende Ölpreise belasten Unternehmen und Verbraucher. Energie ist weiterhin deutlich teurer, die Kaufkraft sinkt, Investitionen werden aufgeschoben.
Am stärksten zeigt sich die Schwäche in der Industrie. Die Produktion kommt kaum voran, bei den Auftragseingängen ist – abgesehen von Bereichen, die von höheren Verteidigungsausgaben profitieren – keine dauerhafte Belebung zu erkennen. Zwar haben sich die Erwartungen der Unternehmen im Juli etwas verbessert. Für größere Investitionen oder eine Ausweitung der Produktion reicht die Zuversicht bislang jedoch nicht.
Auch die schwache Weltwirtschaft bremst die Nachfrage nach deutschen Exporten. Hinzu kommen Sorgen über ein mögliches Ende des KI-Booms. Kurzfristig verteuern niedrige Wasserstände auf dem Rhein und anderen Flüssen den Gütertransport.
Vom Bund kommen zwar konjunkturelle Impulse durch höhere Ausgaben. Nach Einschätzung des DIW ist aber weiterhin nicht vollständig geklärt, wie das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität umgesetzt wird und wann es seine Wirkung entfaltet. Gerade diese Unsicherheit erschwert Unternehmen ihre Planungen.
Bei den Dienstleistern bleibt die Stimmung ebenfalls gedämpft. Vor allem höhere Preise für Benzin und Diesel bremsen den Konsum. Auch der Arbeitsmarkt liefert kein klares Signal: Die Arbeitslosigkeit ist leicht gesunken, zugleich ging die Erwerbstätigkeit weiter zurück.
Für eine stabile Erholung fehlt damit vor allem eine kräftigere Nachfrage im Inland. Solange sie ausbleibt, bleibt die deutsche Wirtschaft besonders anfällig für neue geopolitische und wirtschaftliche Schocks.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung; redaktionell bearbeitet.