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Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland hat sich nach dem Einbruch von 2023 wieder erholt. Doch bei Gerechtigkeit und Vertrauen in die Bundesregierung bleiben die Werte niedrig. Das zeigt der Religionsmonitor 2026 der Bertelsmann Stiftung.
Der Gesamtindex steigt von 46 Punkten im Jahr 2023 auf 51 Punkte. Damit liegt er wieder näher an den Werten von 2017 und 2020, als 54 beziehungsweise 55 Punkte erreicht wurden. Das frühere Niveau ist jedoch noch nicht wieder erreicht. Am deutlichsten fällt die Erholung bei den sozialen Beziehungen aus. Ihr Indexwert steigt von 49 auf 57 Punkte. Auch die Gemeinwohlorientierung liegt mit 53 Punkten vergleichsweise hoch. Das politische Interesse erreicht mit 65 Punkten den höchsten Wert im betrachteten Zeitraum. Schwächer bleiben andere Bereiche. Die Verbundenheit mit dem Gemeinwesen stagniert bei 44 Punkten, das Vertrauen in die Bundesregierung liegt wie 2023 bei 37 Punkten. Das Gerechtigkeitsempfinden fällt mit 25 Punkten auf den niedrigsten Wert des untersuchten Zeitraums.
Erstmals untersucht der Religionsmonitor auch den Zusammenhang zwischen Religiosität und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Wenig oder gar nicht religiöse Befragte erreichen im Gesamtindex durchschnittlich 49 Punkte, mittelreligiöse 53 und hochreligiöse 52 Punkte. Religiosität geht damit im Durchschnitt mit etwas höheren Werten beim Zusammenhalt einher. Bei muslimischen Befragten zeigt sich ein gemischtes Bild: Stärkere Religiosität geht auch dort mit höheren Werten bei sozialen Beziehungen und Gemeinwohlorientierung einher. Die Verbundenheit mit dem Gemeinwesen sinkt dagegen von 46 Punkten bei wenig oder gar nicht religiösen auf 28 Punkte bei hochreligiösen Befragten.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Bertelsmann Stiftung; redaktionell bearbeitet.