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Digitalisierung und Gesundheit: Wer häufiger krank wird

Mehr Technik am Arbeitsplatz bedeutet nicht für alle Beschäftigten dasselbe. Wer überwiegend körperlich arbeitet, berichtet bei stärker digitalisierten Arbeitsplätzen häufiger von gesundheitlichen Problemen und fehlt öfter. Bei Büro- und Wissensberufen zeigt sich dieser Zusammenhang dagegen nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des ifo Instituts, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und der Universität Konstanz. Verglichen wurden Beschäftigte mit überwiegend körperlichen Tätigkeiten mit Menschen in geistigen oder bürotypischen Berufen.

In beiden Gruppen verändert die Digitalisierung den Arbeitsalltag. Aufgaben werden komplexer, Zeit- und Leistungsdruck nehmen zu. Bei den gesundheitlichen Folgen zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied: Beschäftigte mit körperlicher Arbeit bewerten ihr Wohlbefinden bei stärkerer Digitalisierung schlechter und verzeichnen im Durchschnitt rund 20 Prozent mehr Krankheitstage. Für Büro- und Wissensberufe ließ sich ein solcher negativer Zusammenhang nicht nachweisen.

Als mögliche Erklärung nennen die Autoren Technostress. Neue digitale Anforderungen können demnach vor allem dann belasten, wenn Kenntnisse und Erfahrung im Umgang mit der Technik fehlen. Zur Digitalisierung zählen in der Untersuchung unter anderem vernetzte Maschinen, Sensoren, Big-Data-Anwendungen, Robotik, Künstliche Intelligenz sowie virtuelle und erweiterte Realität. Schulungen scheinen einen Teil der Belastung abzufangen. Beschäftigte mit körperlichen Tätigkeiten, die an Digitaltrainings teilnahmen, berichteten kaum von einer schlechteren Gesundheit und hatten keine zusätzlichen Fehltage. Auch Unterstützung durch Vorgesetzte ging mit weniger zusätzlichen Krankheitstagen einher. Für höhere Löhne fanden die Forschenden dagegen keinen vergleichbaren Effekt.

Grundlage der Untersuchung sind repräsentative Betriebs- und Beschäftigtenbefragungen sowie Sozialversicherungsdaten aus den Jahren 2011 bis 2019. Berücksichtigt wurden unter anderem Alter, Einkommen, Bildung, frühere Gesundheit, Branche, Beruf und Betriebsmerkmale.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des ifo Instituts; redaktionell bearbeitet.

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