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Die USA lockern wegen steigender Ölpreise vorübergehend ihre Sanktionen gegen Russland – eine Entscheidung, die scharfe Kritik von Energieökonomin Claudia Kemfert hervorruft. Die Forscherin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) spricht von einem „energiepolitischen Kurzschluss“.
Sanktionen sollten eigentlich den finanziellen Spielraum für Kriegsführung begrenzen, argumentiert Kemfert. Wenn sie aus kurzfristigen Gründen gelockert würden, stärke das ausgerechnet jene fossilen Machtstrukturen, die geopolitische Konflikte begünstigten. Aus ihrer Sicht wird damit ein kurzfristiges Preisproblem mit genau jener Energiequelle beantwortet, die die strukturellen Abhängigkeiten erst geschaffen habe. Statt bestehende Abhängigkeiten zu verringern, würden sie so weiter stabilisiert.
Kemfert fordert deshalb einen anderen Kurs in der Energiepolitik. Nötig seien ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz sowie eine stärkere Elektrifizierung der Energiesysteme. Nur so lasse sich die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern dauerhaft verringern. Lockerungen von Sanktionen gegen fossile Energieexporte könnten nach ihrer Einschätzung dagegen langfristig dazu beitragen, geopolitische Spannungen zu verlängern.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin); redaktionell bearbeitet.