Werden Sie Unterstützer:in von O-T(h)öne
Machen Sie mit bei „Die Berichterstattung von O-T(h)öne ist mir etwas wert“. Ihre Mithilfe trägt dazu bei, dieses Angebot fortzuführen.


Die Energieökonomin Claudia Kemfert sieht die Welt in einer historischen Energiekrise. Die aktuelle Entwicklung sei die schwerste fossile Energiekrise bislang. Die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) verweist auf eine Einschätzung der Internationalen Energieagentur. Demnach habe es eine Unterbrechung der Energieversorgung in diesem Ausmaß zuvor nicht gegeben.
Kemfert spricht von einem „multiplen Schock“ aus steigenden Öl-, Gas- und Nahrungsmittelpreisen. Gleichzeitig zeigten unterbrochene Lieferketten und sinkende Fördermengen, wie anfällig das bestehende Energiesystem sei. Die Folgen reichten bis in die Weltwirtschaft. Nach ihrer Einschätzung handelt es sich nicht um eine Ausnahmesituation, sondern um ein strukturelles Problem. Fossile Energiesysteme seien von geopolitischen Abhängigkeiten geprägt und damit grundsätzlich krisenanfällig. Strategische Reserven könnten die Lage kurzfristig entspannen, lösten aber nicht die Ursachen.
Kritisch bewertet Kemfert staatliche Maßnahmen wie Tankrabatte. Diese seien teuer und entlasteten oft nicht gezielt. Sinnvoller seien direkte Ausgleichszahlungen, mehr Markttransparenz und eine strengere Kontrolle überhöhter Preise. Kurzfristig könnten zudem ein Tempolimit, mehr Homeoffice und ein günstigerer öffentlicher Verkehr helfen, die Nachfrage zu senken und damit den Preisdruck zu mindern. Langfristig sei ein Ausstieg aus fossilen Abhängigkeiten entscheidend. Erneuerbare Energien böten Versorgungssicherheit, da sie nicht importiert werden müssten und weniger anfällig für geopolitische Risiken seien. Ein Festhalten an Öl und Gas verschärfe dagegen die bestehenden Probleme.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin); redaktionell bearbeitet.