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Ehemaliger OB Scharpf lädt Stadtrat aufs Oktoberfest

Ende Februar schmiss Christian Scharpf das Ingolstädter Oberbürgermeisteramt hin – weit vor Ablauf seiner regulären Amtszeit, die eigentlich bis April 2026 gedauert hätte. Stattdessen lockte München, genauer gesagt: das Wirtschaftsreferat, wo der neue Posten nicht nur Schreibtisch, sondern auch Wiesn-Chef beinhaltet.

Noch vor seinem offiziellen Ausscheiden flatterte den Ingolstädter Stadtratsmitgliedern am 18. Februar dieses Jahres eine Einladung ins Mailpostfach: Scharpf bittet am 22. September auf die Theresienwiese. Zuerst gibt’s einen Blick ins Servicezentrum zwischen Polizei, Fundbüro und Safe Space. Danach einen Rundgang durchs Festgelände, abgerundet mit Brotzeit und Bier im Armbrustschützenzelt. Politik kann auch gemütlich sein.

Die Einladung kam, bevor ihm der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung den Ehrentitel „Alt-OB“ verliehen hat – obwohl Scharpf die kürzeste Amtszeit in der Geschichte des Ingolstädter Rathauses vorweisen kann, noch nicht einmal eine volle Periode. Normalerweise ist „Alt-OB“ eine Art Orden fürs Aushalten, nicht fürs frühe Abtauchen.

Wie aus Stadtratskreisen zu hören ist, kollidiert der Wiesn-Ausflug mit einer jener regelmäßigen Infoveranstaltungen der gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktionen und Gruppierungen. Scharpfs Einladung stand also schon länger im Kalender. Dass nun ein Pflichttermin der Kommunalpolitik danebenliegt, sorgt bei einigen Mitgliedern für hörbares Unverständnis.

Scharpf hingegen verlegt die montäglichen Fraktionssitzungen kurzerhand ins Bierzelt. Ein Schelm, wer darin eine Pointe über den derzeitigen Zustand der Ingolstädter Kommunalpolitik erkennt.

Am Ende bleibt einigen Stadtratsmitgliedern die Wahl zwischen Maßkrug oder Mikrofon, zwischen Blasmusik oder Gesundheitspolitik. Andere haben schon vor langer Zeit beschlossen nicht teilzunehmen.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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