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Nach dem Austritt der Zweiten Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll aus der CSU und der CSU-Stadtratsfraktion haben sich der CSU-Kreisverband Ingolstadt und die Fraktion nun offiziell zu Wort gemeldet. Die Erklärung folgt auf eine Phase intensiver innerparteilicher Diskussionen, die zuletzt auch im Zuge der Bürgermeisterdebatte öffentlich sichtbar geworden waren.
In einer gemeinsamen Stellungnahme nehmen der Kreisvorsitzende Stefan Huber und der Fraktionsvorsitzende Franz Wöhrl den Schritt Deneke-Stolls „mit Bedauern“ zur Kenntnis.
CSU setzt Kontrapunkt: Entscheidung lag bei Deneke-Stoll
Zugleich stellt die CSU klar, dass der Austritt ausschließlich auf einer persönlichen Entscheidung Deneke-Stolls beruhe. Es habe „zu keinem Zeitpunkt Bestrebungen gegeben“, sie aus Partei oder Fraktion zu drängen. Vielmehr sei sie in allen maßgeblichen Gremien vertreten gewesen und hätte weiterhin Möglichkeiten gehabt, ihre Erfahrung einzubringen. Damit setzt die Partei bewusst einen deutlichen Kontrapunkt zu den zuvor öffentlich gewordenen Darstellungen über interne Spannungen.
Würdigung und Distanz zugleich
In ihrer Stellungnahme hebt die CSU die langjährige Tätigkeit Deneke-Stolls hervor. Sie habe über viele Jahre hinweg engagiert und fachlich fundiert für die Stadt Ingolstadt gearbeitet. Dafür sprechen ihr Partei und Fraktion ausdrücklich Dank und Anerkennung aus. Gleichzeitig wird im weiteren Verlauf der Erklärung deutlich: Der Schritt wird respektiert, aber als eigenständige Entscheidung verortet.
Nominierungsentscheidung als politischer Kernpunkt
Auch die umstrittene Nicht-Nominierung Deneke-Stolls für das Amt der Zweiten Bürgermeisterin ordnet die CSU politisch ein. Diese sei kein Ausdruck von Misstrauen gewesen, sondern Ergebnis einer demokratischen Entscheidung zwischen mehreren qualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten. Die Partei betont dabei ausdrücklich, dass gerade die Auswahl aus mehreren geeigneten Persönlichkeiten Ausdruck innerparteilicher Stärke und gelebter Demokratie sei.
Gemeinsame Linie – zumindest in zentralen Fragen
Nach Darstellung der CSU habe auch Deneke-Stoll selbst die Entscheidung für Franz Wöhrl als Kandidaten für das Bürgermeisteramt als gute Lösung bewertet. Dies wird von der Partei als Beleg dafür gewertet, dass in zentralen politischen Fragen weiterhin ein gemeinsames Verständnis bestehe – trotz der aktuellen Entwicklung.
Umgang mit interner Kritik
Die in der persönlichen Erklärung Deneke-Stolls geschilderten Wahrnehmungen zu innerparteilichen Diskussionen nehme man ernst, heißt es weiter. Als Volkspartei sei es Anspruch der CSU, unterschiedliche Positionen zu integrieren und einen respektvollen sowie sachorientierten Diskurs zu führen. Gleichzeitig wird betont, dass man kontinuierlich daran arbeite, diesem Anspruch gerecht zu werden – ein Hinweis darauf, dass die geschilderten Spannungen auch innerhalb der Partei nicht ignoriert werden.
Mandat bleibt – politische Rolle offen
Ungeachtet ihres Austritts respektiert die CSU die Entscheidung Deneke-Stolls, ihr Stadtratsmandat weiterhin auszuüben. Man nehme zur Kenntnis, dass sie sich weiterhin für die Belange der Stadt einsetzen wolle.
Welche Rolle sie künftig im politischen Gefüge des Stadtrats einnehmen wird, bleibt damit zunächst offen und dürfte maßgeblich von den kommenden politischen Entwicklungen abhängen.
CSU sieht sich weiter als gestaltende Kraft
Abschließend unterstreicht die CSU ihren Anspruch, auch künftig als „starke, werteorientierte bürgerliche Kraft der Mitte“ Verantwortung für Ingolstadt zu übernehmen – geschlossen, konstruktiv und im Interesse der Bürgerschaft. Ein Anspruch, der vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen nun verstärkt unter Beobachtung stehen dürfte.
Entwicklung mit Vorgeschichte
Wie mehrfach berichtet, war der aktuellen Entwicklung eine längere Phase innerparteilicher Spannungen vorausgegangen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Deneke-Stoll zeitweise aus der CSU-Stadtratsfraktion zurückgezogen. Auch im Zuge der jüngsten Bürgermeisterdebatte spielte ihre Rolle eine zentrale Funktion bei der Verschiebung politischer Mehrheiten.
Der jetzige Austritt markiert damit nicht nur eine Einzelentscheidung – sondern den vorläufigen Endpunkt einer Entwicklung, deren politische Auswirkungen noch längst nicht abgeschlossen sind.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der CSU, redaktionell bearbeitet.