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Elterntaxi-Chaos an Grundschule in Ingolstadt

Falschparker, riskante Wendemanöver und Kinder, die zur Fahrbahnseite aussteigen: Vor der Christoph-Kolumbus-Grundschule in Ingolstadt zeigt sich ein angespanntes Bild des morgendlichen Bringverkehrs. Im Rahmen der bundesweiten Clubinitiative „Easy Going“ hat der Auto Club Europa (ACE) auch dort Schulwege überprüft – mit auffälligen Ergebnissen.

Bei einer Zählung wurden 39 sogenannte Elterntaxis registriert. Nur vier davon hielten korrekt an. In 28 Fällen – das entspricht rund 72 Prozent – stiegen Kinder zur Gehwegseite aus, in elf Fällen zur deutlich gefährlicheren Fahrbahnseite. Drei Fahrzeuge wendeten vor der Schule, sieben fuhren unnötig rückwärts. 29 Autos entfernten sich laut ACE ohne erkennbare Gefährdung vom Ort.

„Nur 10,3 Prozent haben sich regelkonform verhalten – das ist die schlechteste Quote aller Checks in Südbayern“, sagte Ursula Hildebrand, Regionalbeauftragte des Clubs, nach der Begehung. Sie hatte in den vergangenen Monaten insgesamt 20 Grundschulen im Raum Südbayern begleitet. Der Standort in der Ungernederstraße sei dabei besonders negativ aufgefallen.

Etwas besser fiel das Urteil zur Infrastruktur aus. Mit 9,5 von 14 möglichen Punkten bewertete der ACE den Bereich als „in Ordnung“. Eine speziell ausgewiesene Elternhaltestelle ist vorhanden – gedacht als sichere Möglichkeit zum kurzen Anhalten und Aussteigen. Doch auch dort gab es Kritik: Bereits um 7 Uhr standen drei Fahrzeuge in dem Haltebereich – und blieben bis nach 8 Uhr dort. Ein viertes kam im Laufe der Zeit hinzu, wodurch die Haltebucht zur Parkfläche wurde. Folge: Nachkommende Eltern mussten ihre Kinder zwischen parkenden Fahrzeugen aussteigen lassen.

„Gerade Kinder brauchen besonderen Schutz – sie können Geschwindigkeit und Abstände oft nicht richtig einschätzen“, erklärte Thomas Pfeil, Vorsitzender des ACE-Kreisverbands Ingolstadt. Auch kurzes Parken im Halteverbot könne gefährliche Situationen schaffen – etwa, wenn Kinder zwischen Autos auf die Straße treten.

Kritik äußerten Pfeil und Hildebrand auch am Verhalten anderer Verkehrsteilnehmender. Wiederholt seien Kinder und begleitende Erwachsene beobachtet worden, die unachtsam die Straße überquerten – teils ohne Blick zur Seite, teils in hohem Tempo. Auch die Mitfahrt zu zweit auf E-Scootern sei dokumentiert worden – was nicht erlaubt ist.

Die Checks im Rahmen der ACE-Initiative sind inzwischen abgeschlossen. Die bundesweite Auswertung soll im Oktober veröffentlicht werden. Weitere Informationen sind unter www.ace-clubinitiative.de abrufbar.

Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der ACE Auto Club Europa e.V.

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