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Equal Pay Day: 58 Tage ohne Lohn

Es sind 58 Tage, die den Unterschied markieren. Bis zum 27. Februar arbeiten Frauen in diesem Jahr rechnerisch ohne Bezahlung. Dann ist Equal Pay Day. Der Aktionstag steht symbolisch für die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen.

Der Gender Pay Gap ist zuletzt um zwei Prozentpunkte gesunken und liegt nun bei 16 Prozent. Nachdem sich die Zahl mehrere Jahre kaum verändert hatte, rückt der Aktionstag damit im Kalender nach vorn.

In Ingolstadt wird der Equal Pay Day mit mehreren Veranstaltungen begangen. Die Aktionen sind Teil des Fem*Festivals, das die Gleichstellungsstelle in Kooperation mit dem Kulturamt organisiert.

Am Freitag, 27. Februar, ist um 18 Uhr auf dem Theaterplatz eine Kundgebung unter dem Motto „Laut gegen Lohnungerechtigkeit!“ geplant. Besucherinnen und Besucher sollen mit roten Taschen und Kleidung ein sichtbares Zeichen setzen. Vorgesehen ist auch ein „Speakers Corner“, bei dem Interessierte ihre Beiträge zum Thema gleiche Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit vortragen können.

Im Anschluss folgt um 19.30 Uhr eine Lesung in der Stadtbücherei. Die Autorin Alexandra Zykunov stellt ihr Buch „Was wollt ihr denn noch alles?!“ vor. Darin versammelt sie Zahlen, Studien und Beispiele zur Gleichstellung. Im Gespräch mit der Gleichstellungsbeauftragten Anja Assenbaum sollen zentrale Aspekte vertieft werden. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Einlass ist ab 19 Uhr. Die Plätze sind begrenzt.

Die strukturellen Ursachen für die Lohnlücke gelten als bekannt: Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in schlechter bezahlten Berufen, sind seltener in Führungspositionen vertreten und übernehmen weiterhin den größeren Teil unbezahlter Sorgearbeit. Das wirkt sich auf Arbeitszeit und Karriereverläufe aus.

Bis zum 30. Lebensjahr beträgt der Gender Pay Gap etwa neun Prozent. Mit der Familiengründung wächst der Abstand. Zwischen 30 und 49 Jahren steigt er auf bis zu 28 Prozent. Über das gesamte Erwerbsleben hinweg erzielen Frauen im Durchschnitt deutlich geringere Einkommen als Männer. In Westdeutschland liegt das erwartete Lebenserwerbseinkommen von Frauen rund 45 Prozent unter dem der Männer, in Ostdeutschland beträgt die Differenz etwa 40 Prozent.

Geringere Einkommen bedeuten auch geringere Rentenansprüche. Längere Phasen in Teilzeit oder Erwerbsunterbrechungen erhöhen das Risiko wirtschaftlicher Abhängigkeit – insbesondere im Fall von Trennung oder Tod des Partners. Der Equal Pay Day soll auf diese Zusammenhänge aufmerksam machen und eine Debatte über gleiche Bezahlung anstoßen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Stadt Ingolstadt; redaktionell bearbeitet.

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