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Fahrradwerkstatt geschlossen – Kritik vom ADFC

Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist die Fahrradwerkstatt im Konradviertel im Zuge der Sparmaßnahmen der Stadt Ingolstadt geschlossen worden. Der Verband verweist darauf, dass der Betrieb beendet wurde, obwohl die Räumlichkeiten bereits vollständig ausgestattet und eingerichtet gewesen seien.

Der ADFC betont, dass das Konradviertel seit Jahren als sozial belastet gilt. Viele Bewohnerinnen und Bewohner seien auf das Fahrrad als kostengünstiges Alltagsverkehrsmittel angewiesen und könnten sich Reparaturen in kommerziellen Werkstätten häufig nicht leisten. Entsprechend hoch sei die Nachfrage nach dem Angebot gewesen; zeitweise sei der Zugang auf Menschen aus dem Viertel beschränkt worden.

Nach Darstellung des Verbands stellte die Werkstatt einen niedrigschwelligen Zugang zu Mobilität und Verkehrssicherheit dar. Defekte Fahrräder hätten instand gesetzt werden können, was auch zur Unfallprävention beigetragen habe. Kritisch sieht der ADFC zudem, dass bereits städtische Mittel in Ausstattung und Einrichtung geflossen seien. Durch die Schließung drohe der vollständige Verlust dieser Investitionen.

Aus Sicht des ADFC wird mit der Werkstatt ein funktionierendes und stark genutztes Angebot ausgerechnet dort gestrichen, wo der Bedarf besonders groß sei. Das Projekt habe soziale Teilhabe ermöglicht und einen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität geleistet. Sparmaßnahmen an dieser Stelle verschärften bestehende Probleme, statt sie zu lösen.

Der Verband fordert nach eigenen Angaben, die Räumung der Werkstatt auszusetzen und den Mietvertrag vorläufig aufrechtzuerhalten. Zudem solle der Bedarf erneut politisch bewertet werden, unter Berücksichtigung der sozialen und verkehrlichen Wirkung. Der ADFC erklärt sich bereit, sich an Gesprächen über mögliche Lösungen für einen Weiterbetrieb zu beteiligen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des ADFC Ingolstadt; redaktionell bearbeitet.

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