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Finanzkrise: Ingolstadt muss weiter sparen

Der Beamer ist aus, die Folien verschwunden. Zurück bleiben Zahlen, die nachwirken. Als das Referat für Finanzen und Liegenschaften am 19. Januar Ingolstädter Stadträtinnen und Stadträten in einer nichtöffentlichen Arbeitsgruppe den damaligen Stand der Haushaltsplanung 2026 vorstellte, wurde schnell weiter und tiefer klar: Die Stadt steht finanziell massiv unter Druck – und das bisherige Sparen reicht nicht aus.

Nach dem damaligen Stand der Planung war für 2026 im Verwaltungshaushalt eine Unterdeckung von rund 66 Millionen Euro vorgesehen. Auch für die Folgejahre zeichnete sich keine Entspannung ab. Es ging nicht um einen Ausreißer, sondern um eine Entwicklung, die auf ein strukturelles Defizit hindeutet.

Zwar listete die Verwaltung eine Reihe von Konsolidierungsmaßnahmen auf: Sparpakete, Kürzungen bei freiwilligen Leistungen und verschobene Investitionen. Doch große Ausgabenblöcke blieben weitgehend unangetastet. Vor allem die weiter steigenden Personalkosten verdeutlichten die Grenzen des bisherigen Sparkurses.

Es zeigte sich damit vor allem eines: Gespart wird – aber vorsichtig. Rücklagen und Kredite sollen die Lücke schließen, echte Strukturentscheidungen lassen weiter auf sich warten.

Hinzu kommt: Konkrete Schritte zur Einnahmeverbesserung, etwa durch Gebührenerhöhungen oder neue kommunale Einnahmequellen, spielten in der Vorlage kaum eine Rolle. Entlastung sollte vor allem von außen kommen – durch höhere Zuweisungen, Ausgleichsmechanismen und Sonderprogramme.

Offen blieb, ob politisch heikle Entscheidungen noch vor der Kommunalwahl am 8. März getroffen werden. Die Zahlen lagen auf dem Tisch. Die Konsequenzen nicht.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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