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Finanznot: Schlechte Nachrichten vom Bezirk für die Stadt

Die Nachricht aus dem Bezirk trifft Ingolstadt mitten in der schwersten Finanzkrise seiner Geschichte. Für 2026 rechnet die Stadt mit einem Defizit von 60 bis 80 Millionen Euro. Ein ausgeglichener Haushalt gilt nach aktuellem Stand als kaum erreichbar. Die Rechtsaufsicht, die Regierung von Oberbayern, wird beim kommenden Etat ein gewichtiges Wort mitsprechen – einschließlich dringend nötiger Kreditermächtigungen.

Zusätzliche Belastungen drohen nun durch den oberbayerischen Bezirkstag. Die Kämmerei schlägt für das nächste Jahr eine Erhöhung der Bezirksumlage von 23,55 auf 26,35 Prozent vor – die stärkste Anhebung seit Bestehen des Bezirks, wie Joachim Siebler, stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen im oberbayerischen Bezirkstag, in einer Presseinformation mitteilt. Für Ingolstadt würde das nach Berechnungen der Verwaltung eine zusätzliche Belastung in Millionenhöhe bedeuten.

Hintergrund sind wachsende Ausgaben im Sozial- und Jugendbereich. Allein hier entsteht 2026 ein Mehrbedarf von 85 Millionen Euro. Hinzu kommen steigende Personalkosten sowie Ausgaben für Gebäude und Infrastruktur. Auf der Einnahmeseite hingegen reichen die Zahlungen aus dem kommunalen Finanzausgleich nicht aus. Besonders die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Ausländer bleibt für die Bezirke ein strukturelles Defizitgeschäft. Rücklagen, mit denen der Bezirk Oberbayern diese Lücken bislang ausglich, sind inzwischen aufgebraucht.

Der Haushalt wird im Dezember im Plenum beschlossen. Vertreter des Bezirks fordern vom Freistaat, sich stärker an den Kosten zu beteiligen. Auf Bundesebene steht zugleich eine Investitionsoffensive über 100 Milliarden Euro für Länder und Kommunen im Raum – Spielräume, auf die sich Bayern nicht dauerhaft hinausreden könne, so Siebler.

Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung von Bezirksrat Joachim Siebler.

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