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Die Bevölkerungszahl in Deutschland wird nach Einschätzung von Forschern deutlich stärker sinken als bislang angenommen. Bis zum Jahr 2070 dürfte sie um rund zehn Prozent zurückgehen. Frühere Vorausberechnungen waren lediglich von einem Minus von etwa einem Prozent ausgegangen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des ifo Instituts in Dresden auf Grundlage aktueller Bevölkerungsrechnungen des Statistischen Bundesamtes. Auslöser der Neubewertung sind die Ergebnisse des Zensus 2022. Demnach leben derzeit 81,9 Millionen Menschen in Deutschland – statt der bislang fortgeschriebenen 83,2 Millionen auf Basis des Zensus 2011.
Die niedrigere Ausgangszahl führt bei weitgehend unveränderten Annahmen zu Geburtenrate und Zuwanderung langfristig zu einer deutlich kleineren Bevölkerung. Bislang war von einer weitgehend konstanten Entwicklung mit leichtem Wachstum bis 2030 ausgegangen worden.
Nach Einschätzung der Autoren dürfte sich der Arbeitskräftemangel weiter verschärfen. Auch die gesetzliche Rentenversicherung gerate stärker unter Druck. Zugleich müsse der beschleunigte Alterungsprozess der Gesellschaft bei politischen Entscheidungen mit langfristiger Wirkung – etwa in Gesundheit und Pflege – stärker berücksichtigt werden.
Weniger Einwohner bedeuteten zudem geringeren Bedarf an Wohnungen, Verkehrsinfrastruktur und Personal im öffentlichen Dienst. Gleichzeitig wachse der Anteil älterer Menschen deutlich, was zusätzliche Kapazitäten im Gesundheits- und Pflegebereich erfordere.
Deutliche Unterschiede erwarten die Forscher zwischen den Regionen. Ostdeutsche Flächenländer dürften stärker von Bevölkerungsverlusten betroffen sein als westdeutsche Ballungszentren. Für die Stadtstaaten wird bis 2070 sogar ein Anstieg der Bevölkerung prognostiziert.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des ifo Instituts; redaktionell bearbeitet.