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Im Landkreis Eichstätt rückt die Frage der medizinischen Versorgung erneut in den Fokus. Die Konzentration der stationären Behandlung auf die Klinik Eichstätt und die ungewisse Zukunft der Klinik Kösching sorgen seit Monaten für öffentliche Debatten. Nun zeigt sich, dass auch die hausärztliche Versorgung in der Fläche zunehmend an Grenzen stößt.
Mit dieser Entwicklung befasste sich eine Projektgruppe der FREIEN WÄHLER aus dem Landkreis Eichstätt bei einem Treffen im Ärztehaus in Denkendorf. Teilnehmer waren die Denkendorfer Hausärztin Katrin Wittmann sowie Anton Haunsberger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag, Josef Neumeyer aus Kipfenberg, Katja Hanrieder aus Denkendorf sowie Katrin und Robert Wittmann.
Katrin Wittmann schilderte die Lage aus ärztlicher Sicht. In der Region Ingolstadt Nord werden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung innerhalb der kommenden fünf Jahre rund 40 Prozent der Hausärzte altersbedingt ausscheiden. Gleichzeitig falle es zunehmend schwer, Assistenzärzte für bestehende Praxen zu gewinnen. In Denkendorf seien die Kapazitäten bereits ausgeschöpft. Neue Patienten von außerhalb der Gemeinde könnten nicht mehr aufgenommen werden, Anfragen aus Kipfenberg müssten regelmäßig abgewiesen werden.
Als möglicher Lösungsansatz wurde die Ausweitung medizinischer Versorgungszentren diskutiert. Josef Neumeyer zog Parallelen zwischen der Situation in Denkendorf und der Lage in Kipfenberg. Anton Haunsberger verwies darauf, dass unter dem Dach der erweiterten ambulanten Versorgungsdienste (EAV gGmbH), einer hundertprozentigen Tochter der Kliniken im Naturpark Altmühltal, in größeren Gemeinden bereits entsprechende Strukturen existieren. In Mittelzentren und Verdichtungsräumen mit mehr als 10.000 Einwohnern seien medizinische Versorgungszentren in Eichstätt, Beilngries sowie im Raum Kösching-Lenting eingerichtet worden. Gaimersheim gelte aufgrund der Nähe zum Klinikum und weiteren Einrichtungen als ausreichend versorgt. Dort habe man bewusst auf zusätzliche Angebote verzichtet, um keine Konkurrenzsituation zu schaffen. Diese Einschätzung sei auch ein wesentlicher Grund gegen einen zentralen Klinikneubau an der Gaimersheimer Nordumgehung gewesen.
Für kleinere Gemeinden greife dieses Netz jedoch nicht. Die Beispiele Denkendorf und Kipfenberg zeigten nach Einschätzung der Projektgruppe, dass der Landkreis damit nicht flächendeckend abgedeckt sei. Verschärft werde die Situation durch die Zurückhaltung junger Ärzte, eine eigene Praxis zu übernehmen. Die Investitionskosten für eine Praxisausstattung liegen bei rund einer halben Million Euro, hinzu kommt das wirtschaftliche Risiko.
Aus Sicht der Beteiligten bleibt daher vor allem die Verdichtung des Netzes hausärztlicher Angebote über die bestehenden Strukturen der EAV gGmbH. Der Landkreis müsse sich auch in den kleineren Zentren stärker in der Verantwortung sehen, um die medizinische Grundversorgung langfristig zu sichern.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der FREIEN WÄHLER Kreisvereinigung Eichstätt; redaktionell bearbeitet.
