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Ein Park wird erst dann zum politischen Ort, wenn Bänke zerstört, Toiletten verwüstet und Rettungseinrichtungen zweckentfremdet werden. Im Ingolstädter Piuspark ist aus solchen Vorfällen nun eine neue Sicherheitsdebatte entstanden. Nach der CSU, die erneut Kameras an besonders belasteten Orten ins Spiel gebracht hatte, setzt die SPD einen anderen Akzent: Sie fordert einen kommunalen Ordnungsdienst, zunächst als Konzept und zeitlich befristetes Pilotprojekt.
Der Antrag der SPD-Stadtratsfraktion zielt nicht allein auf den Piuspark, sondern auf ein breiteres Problem im Stadtgebiet. Illegale Müllablagerungen, Vermüllung öffentlicher Flächen und Vandalismus beeinträchtigten seit Jahren das Stadtbild und das Sicherheitsgefühl vieler Menschen, argumentiert die Fraktion. Geprüft werden soll deshalb, wie ein Ordnungsdienst organisiert werden könnte, welches Aufgabenprofil sinnvoll wäre, wie viel Personal nötig ist und welche Kosten entstehen.
Wichtig ist der SPD dabei der Nachweis der Wirksamkeit. Das Pilotprojekt soll nicht nur Ausgaben erfassen, sondern auch mögliche Entlastungen und zusätzliche Einnahmen durch konsequenter geahndete Ordnungswidrigkeiten. Gerade in der angespannten Haushaltslage soll der Stadtrat am Ende auf Grundlage belastbarer Erfahrungen entscheiden können, ob ein solcher Dienst dauerhaft eingerichtet wird.
Damit grenzt sich die SPD zugleich von einer rein technischen Antwort ab. Videoüberwachung könne an bestimmten Stellen unterstützen, löse die Ursachen aber häufig nicht und verlagere Probleme womöglich nur. Stattdessen setzt die Fraktion auf ansprechbare Präsenz im öffentlichen Raum, die flexibel reagieren kann.
Der Druck kommt inzwischen auch aus dem Park selbst. Der Freundeskreis Piuspark hat sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Michael Kern gewandt. Darin beschreibt der Verein seit Monaten zunehmende Fälle von Vandalismus, Sachbeschädigung und mutwilliger Zerstörung. Zuletzt hätten unter anderem eine verwüstete Toilettenanlage, beschädigte Einrichtungen sowie entfernte oder zweckentfremdete Sicherheits- und Rettungseinrichtungen für Bestürzung gesorgt.
Der Verein fordert konkrete Schritte: einen kommunalen Ordnungsdienst mit regelmäßiger Präsenz, eine private Sicherheitslösung als mögliche Übergangsmaßnahme, moderne Überwachungs- und Radartechnik an besonders betroffenen Bereichen, eine engere Zusammenarbeit von Stadt, Polizei und Bürgerschaft sowie eine konsequentere Ahndung von Sachbeschädigungen.
Der Piuspark ist im Ingolstädter Nordwesten mehr als eine Grünfläche. Er ist Erholungsraum, Treffpunkt, Veranstaltungsort und ein Ort, den Ehrenamtliche mitprägen. Gerade deshalb trifft die Zerstörung dort nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch jene, die den Park nutzen und beleben. Offen ist nun, ob aus den verschiedenen Forderungen ein gemeinsames Vorgehen wird.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der SPD-Stadtratsfraktion Ingolstadt und einem offenen Brief des Freundeskreises Piuspark e.V.; redaktionell bearbeitet.