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„Friedensfähig statt kriegstüchtig“

An Georg Oberhäußer erinnert in Ingolstadt eine Gedenkstele. Am heutigen Antikriegstag hat der DGB-Stadtverband dort Blumen niedergelegt – in diesem Jahr gemeinsam mit Petra Schleer-Leitmayr, einer Urenkelin des Gewerkschafters, der während der NS-Zeit verfolgt und inhaftiert wurde.

Der heutige Antikriegstag ist für den DGB mehr als ein Tag des Erinnerns. Der Stadtverband verbindet das Gedenken an die Opfer von Krieg und Verfolgung mit einer aktuellen politischen Botschaft. Unter dem Leitmotiv „Friedensfähig statt kriegstüchtig“ warnt er davor, Sicherheit vor allem militärisch zu definieren.

Oberhäußer war Gewerkschaftsfunktionär in Ingolstadt. Wegen seines politischen und gewerkschaftlichen Engagements geriet er während der nationalsozialistischen Herrschaft ins Visier des Regimes. Der DGB sieht seine Geschichte beispielhaft für Menschen, die sich der Diktatur und der Zerschlagung demokratischer Strukturen entgegenstellten.

Mit Blick auf die internationalen Konflikte und die zunehmende Konkurrenz zwischen Großmächten fordert der Gewerkschaftsbund mehr Gewicht für Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und faire internationale Beziehungen. Eine dauerhafte politische Ausrichtung auf „Kriegstüchtigkeit“ lehnt er ab.

Dabei geht es dem DGB auch um die Folgen steigender Militärausgaben im Inland. Diese dürften nicht zulasten sozialer Sicherung, Bildung, öffentlicher Daseinsvorsorge oder notwendiger Zukunftsinvestitionen gehen. Soziale Gerechtigkeit, demokratische Stabilität sowie gute Lebens- und Arbeitsbedingungen seien ebenfalls Voraussetzungen für eine widerstandsfähige Gesellschaft. Zugleich fordert der Stadtverband ein klares Bekenntnis zum Völkerrecht. Für dessen Einhaltung müsse unabhängig davon eingetreten werden, wer es verletzt. Dauerhafter Frieden könne nur auf der Grundlage von Recht, internationaler Zusammenarbeit und einem Ausgleich von Interessen entstehen. Mit der Erinnerung an Oberhäußer verbindet der DGB damit bewusst Vergangenheit und Gegenwart. Sein gewerkschaftlicher Grundsatz dazu lautet: „Nie wieder Krieg.“

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Stadtverband Ingolstadt; redaktionell bearbeitet.

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