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Frühe Einbürgerung, weniger Kriminalität

Eine Reform im Staatsangehörigkeitsrecht zeigt offenbar langfristige Wirkung: Jugendliche, die seit ihrer Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, werden deutlich seltener straffällig. Das geht aus einer Studie des ifo Instituts und der Universität Passau hervor.

Demnach wurden Jugendliche der zweiten und dritten Einwanderergeneration rund 70 Prozent seltener als Tatverdächtige registriert als vergleichbare Gruppen vor der Reform im Jahr 2000. Besonders stark ist der Rückgang bei Eigentums- und Drogendelikten.

Grundlage der Untersuchung sind Daten der polizeilichen Kriminalstatistik aus Baden-Württemberg, Hessen und Berlin. Analysiert wurde die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, mit der das Geburtsortsprinzip eingeführt wurde: In Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern erhalten seitdem automatisch die Staatsbürgerschaft, wenn ein Elternteil seit mindestens acht Jahren rechtmäßig im Land lebt und über ein Aufenthaltsrecht verfügt. Zuvor galt ausschließlich das Abstammungsprinzip.

Die Forschenden sehen in der frühen Staatsbürgerschaft mehr als eine formale Regelung. Sie könne die Identitätsbildung prägen, das Vertrauen in staatliche Institutionen stärken und die Chancen auf Bildung, Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe verbessern. Frühere Untersuchungen zeigen zudem, dass sich die schulischen Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund nach der Reform verbessert haben.

Ein besserer Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt senke auch das Risiko, straffällig zu werden, so die Autoren. Die Staatsbürgerschaft könne damit als ein Faktor wirken, der Integration frühzeitig stärkt.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des ifo Instituts; redaktionell bearbeitet.

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