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Gebühren in Ingolstadt steigen um bis zu 53 Prozent

344 Euro mehr im Jahr: So stark steigen die Kosten für einen Ingolstädter Musterhaushalt bei Wasser, Abwasser und Müll. Statt bislang 768 Euro sollen künftig 1112 Euro fällig werden. Das entspricht einem Plus von rund 45 Prozent oder knapp 29 Euro im Monat.

Besonders deutlich steigen die Gebühren für Trink- und Schmutzwasser. Beide werden zum 1. Oktober um 53 Prozent angehoben. Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet dann 2,13 Euro, die Grundgebühr steigt um 25 Prozent.

Auch die Niederschlagswassergebühr wird teurer. Sie erhöht sich um 43 Prozent. In der Abfallwirtschaft beträgt das Plus je nach Gebührensatz 21 bis 24 Prozent. Nach Angaben der Ingolstädter Kommunalbetriebe waren diese Gebühren seit 20 Jahren nicht mehr erhöht worden. Bei der Straßenreinigung steigen die Sätze um 27 bis 31 Prozent.

Als Gründe nennen die Kommunalbetriebe höhere Bau-, Energie-, Material- und Personalkosten. Hinzu kommen gestiegene Ausgaben für Investitionen und die Abwasserreinigung. Erstmals wird auch der seit 2026 in Bayern geltende Wassercent in die Kalkulation einbezogen. Für die Entnahme von Grundwasser müssen Wasserversorger eine Abgabe an den Freistaat entrichten.

Die Gebühren werden alle vier Jahre neu berechnet. Dabei gilt das Kostendeckungsprinzip: Die Kommunalbetriebe dürfen mit diesen Leistungen keine Gewinne erzielen, müssen ihre tatsächlichen Ausgaben aber vollständig über Gebühren und Beiträge decken. In mehreren Bereichen lagen die Einnahmen zuletzt unter den Kosten.

Zusätzlich ändern die Kommunalbetriebe die Abschreibung für Wasserversorgung und Entwässerung. Künftig wird der Wiederbeschaffungszeitwert zugrunde gelegt. Damit sollen Mittel für die Erneuerung von Leitungen, Pumpwerken und Wasserwerken aufgebaut werden. Die Anschlussbeiträge für Wasser und Entwässerung bleiben unverändert.

Ein Teil der Belastung hängt vom Verbrauch ab. Wer weniger Wasser nutzt, zahlt zugleich weniger Schmutzwassergebühren. Auch kleinere Restmülltonnen oder die Versickerung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück können die Kosten senken.

Der Verwaltungsrat der Kommunalbetriebe hat die neuen Sätze am 15. Juli beschlossen. Der Stadtrat soll am 29. Juli endgültig darüber abstimmen. Gelten sollen die Gebühren ab dem 1. Oktober 2026. Erstmals berücksichtigt würden sie in der rückwirkenden Jahresabrechnung im Oktober 2027.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Ingolstädter Kommunalbetriebe; redaktionell bearbeitet.

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