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Am Freitagabend machte in kleineren politischen Kreisen in Ingolstadt ein Gerücht die Runde, das am Wochenende deutlich an Verbreitung gewann. Genauer: zwei Gerüchte. Zum einen wurde kolportiert, Dorothea Deneke-Stoll (CSU), derzeit zweite Bürgermeisterin in Ingolstadt, würde gegen den von der neuen Stadtratsfraktion nominierten Kandidaten für das Amt des zweiten Bürgermeisters, Christopher Hofmann, antreten. Das zweite Gerücht reicht weiter: Deneke-Stoll könnte zur SPD-Stadtratsfraktion übertreten und von dieser als Kandidatin für das Amt der zweiten Bürgermeisterin vorgeschlagen werden – um gegen Hofmann (CSU), aber auch gegen Jakob Schäuble (FDP) anzutreten.
Deneke-Stoll wollte sich am heutigen späten Nachmittag gegenüber dem Nachrichtenportal O-T(h)öne nicht äußern. Sie verwies auf eine anstehende Besprechung innerhalb der CSU. O-T(h)öne stellte die Fragen dennoch: ob sie zur zweiten Bürgermeisterin kandidiert – auch dann, wenn sie von einer anderen Partei vorgeschlagen würde; ob sie einen Wechsel in die SPD-Stadtratsfraktion erwägt, um sich dort aufstellen zu lassen; wie sie die Konfliktlage innerhalb der CSU bewertet, die sich mit der Nominierung von Hofmann erkennbar verschärft hat; und warum sie bislang nicht erklärt hat, auf eine eigene Kandidatur zu verzichten.
Am frühen Abend erreichte O-T(h)öne den CSU-Fraktionsvorsitzenden Franz Wöhrl, direkt nach dem kurzfristig einberufenen Treffen. Wöhrl berichtete von einem guten und konstruktiven Gespräch. Ein Antreten von Deneke-Stoll gegen Hofmann? Für ihn kein Thema. Im Gegenteil: Deneke-Stoll habe in dem Gespräch deutlich gemacht, dass die CSU mit Hofmann einen Kandidaten für das Amt des zweiten Bürgermeisters habe – und dass es nun Aufgabe aller in der CSU und der Stadtratsfraktion sei, alles dafür zu tun, dass dieser auch gewählt wird. Ein möglicher Wechsel zur SPD-Stadtratsfraktion sei nicht Gegenstand des Gesprächs gewesen. Für ihn kein Thema.
Franz Wöhrl sieht dennoch weiteren Gesprächsbedarf – innerhalb der CSU und der Stadtratsfraktion. Mehr Austausch, mehr Erklärung und mehr gegenseitiges Verständnis seien notwendig, um die Menschen wieder zusammenzubringen.
Die Frage nach möglichen „Bamberger Verhältnissen“ wurde ebenfalls gestellt – also nach einer Entwicklung, wie sie sich aktuell in Bamberg zeigt, wo die CSU im Stadtrat nach internen Konflikten in zwei Lager zerbrochen ist und dies öffentlich sichtbar geworden ist. Eine solche Entwicklung sieht Franz Wöhrl für Ingolstadt nicht.
Und trotzdem bleibt etwas. Die Ausgangslage ist bekannt. Die CSU hat sich festgelegt – mit Hofmann. Die entscheidende Frage bleibt offen: die Mehrheit im Stadtrat. Gespräche laufen. Konstellationen sind möglich. Aber nicht geklärt.
Ziel sei es nun, so Wöhrl, Gespräche mit den Freien Wählern und den Grünen auf Augenhöhe zu führen, um gemeinsame Lösungen zu finden. Dies ergebe sich aus der politischen Verantwortung aller Beteiligten. Die CSU sei zu offenen und konstruktiven Gesprächen bereit. Kompromisse seien notwendig – und möglich, wenn alle dazu beitragen.
Genau dort liegt ein weiterer Punkt. Kompromisse müssen nicht nur gefunden werden. Sondern erklärt werden. Nach innen. Innerhalb der CSU. Verständlich. Nachvollziehbar, ist der CSU-Fraktionschef überzeugt.
Stimmt, daran wird sich entscheiden, ob die CSU Geschlossenheit schafft – und auch so bei Hofmanns Kandidatur abstimmt.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.