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Gewalt gegen Frauen: Kritik an Merz wegen Aussagen

Die Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Gewalt gegen Frauen stoßen auf Widerspruch. Hintergrund ist eine Äußerung in der Fragestunde des Bundestags, wonach „ein beachtlicher Teil dieser Gewalt“ aus Gruppen von Zuwanderern komme.

Der Paritätische Gesamtverband weist diese Einordnung zurück. Hauptgeschäftsführer Joachim Rock erklärte, Gewalt gegen Frauen sei kein „importiertes Problem“. Sexualisierte Gewalt existiere in allen Teilen der Gesellschaft, die Täter seien überwiegend Männer. Eine Fokussierung auf Herkunft lenke vom eigentlichen Problem ab.

Auslöser der Debatte war unter anderem der Fall um die Moderatorin Collien Fernandes, die Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner erhoben hatte. Der Fall steht beispielhaft für eine breitere Diskussion über digitale und analoge Gewalt gegen Frauen und die Frage, ob staatliche Maßnahmen ausreichen.

Kritiker werfen Merz vor, mit seiner Zuspitzung die Debatte zu verschieben. Gewalt gegen Frauen habe strukturelle Ursachen und sei eng mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen verbunden, nicht mit Staatsangehörigkeit oder Herkunft.

Der Verband fordert stattdessen eine sachliche Auseinandersetzung und konkrete Maßnahmen. Betroffene müssten konsequent geschützt und stärker in den Mittelpunkt gestellt werden.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Paritätischen Gesamtverbandes; redaktionell bearbeitet.

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