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Gratis-Sonnencreme der Stadt trotz Finanzkrise?

Ingolstadt steckt finanziell in der Klemme. Der Haushalt 2026 ist nicht genehmigt, die Grundsteuer wurde erhöht, Gebühren und städtische Leistungen stehen unter Spardruck. In dieser Lage schlägt die SPD-Stadtratsfraktion kostenlose Sonnencremespender im Stadtgebiet vor.

Was nach einer kleinen Sommeridee klingt, führt schnell zu einer grundsätzlichen Frage: Ist kostenlose Sonnencreme Aufgabe einer Stadt – oder wäre knappes Geld bei anderen Hitzeschutzmaßnahmen besser eingesetzt, etwa bei Schatten, Trinkwasser, Kühlung, Bäumen und dem Schutz besonders gefährdeter Gruppen?

Die SPD will prüfen lassen, ob an geeigneten Orten Spender mit Sonnenschutz aufgestellt werden können. Gedacht ist zunächst an ein Pilotprojekt an betreuten und stark frequentierten Standorten: etwa im Freibad, im Außenbereich der Donautherme, auf Bezirkssportanlagen oder am Baggersee, dort zum Beispiel bei Wasserwacht, Kiosk oder Minigolfplatz. Auch Freizeiteinrichtungen und die Tourist Information kommen aus Sicht der Fraktion infrage.

Öffentlich frei zugängliche Orte wie Piuspark, Donauwurm oder Rathausplatz hält die SPD grundsätzlich für naheliegend. Dort rechnet sie allerdings eher mit Vandalismus. Deshalb soll zunächst an Standorten getestet werden, an denen Personal oder Betreiber vor Ort sind.

Die Finanzierung soll nach Möglichkeit nicht über den städtischen Haushalt laufen. Die Fraktion verweist auf mögliche Sponsoren wie Krankenkassen, Apotheken, dermatologische Praxen oder regionale Unternehmen. Konkrete jährliche Gesamtkosten nennt der Antrag nicht. Auch ein belastbarer Deckungsvorschlag liegt damit bislang nicht vor. Die SPD spricht lediglich von einem überschaubaren finanziellen Rahmen.

Der Vorschlag steht im Zusammenhang mit dem Hitzeaktionsplan der Stadt. Die SPD fordert zugleich eine Bilanz, wie weit dieser umgesetzt ist und welche Maßnahmen bis 2027 noch folgen sollen. Besonders im Blick stehen Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderung, Schwangere und chronisch Kranke. Gefragt wird auch nach Hitzeschutz in Schulen und Kitas, nach Verschattung, Begrünung, Sonnenschutzsystemen und Kühlungskonzepten.

Die CSU setzt beim selben Thema auf Bäume. Sie will das Eine-Million-Bäume-Programm wieder stärker voranbringen und bei Straßenumbauten systematisch prüfen lassen, wo zusätzliche klimatolerante Bäume möglich sind. Außerdem fordert sie einen Bericht über den Zustand des städtischen Baumbestands und die Bewässerung.

Beide Vorstöße zeigen, wie konkret Hitzeschutz inzwischen wird. Es geht nicht mehr nur um Konzepte, sondern um Prioritäten: um Badeseen, Klassenzimmer, Straßen ohne Schatten – und darum, welche Maßnahmen eine klamme Stadt zuerst finanzieren sollte.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf Mitteilungen der SPD-Stadtratsfraktion Ingolstadt und der CSU-Stadtratsfraktion Ingolstadt sowie ergänzender redaktioneller Einordnung.

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