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Audi, Zulieferer, Hochschulen: Ingolstadt hat viel von dem, was ein starker Industriestandort braucht. Nach Ansicht der Grünen reicht es dennoch nicht, auf diese Basis zu vertrauen. Die Fraktion verlangt eine langfristige Strategie, die der Stadt neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen soll.
Der Antrag für eine „Wirtschafts- und Transformationsstrategie Ingolstadt 2035+“ steht in der heutigen Stadtratssitzung zur Beratung. Die Verwaltung soll darin nicht nur Ziele formulieren, sondern konkrete Maßnahmen, Zuständigkeiten und Finanzierungsmöglichkeiten benennen. Bestehende Vorhaben der Wirtschaftsförderung, Energiepolitik und Flächenentwicklung sollen zusammengeführt und nach ihrer Bedeutung geordnet werden.
Die Grünen nennen fünf Bereiche, in denen sie besondere Chancen für Ingolstadt sehen: industrielle Software und künstliche Intelligenz, Robotik und autonome Systeme, elektrische und softwaredefinierte Mobilität, Cybersicherheit sowie die industrielle Kreislaufwirtschaft. Entscheidend sei, vorhandenes Wissen aus Produktion, Software und Entwicklung für weitere Märkte nutzbar zu machen.
Ausgangspunkt des Antrags ist die starke Abhängigkeit von der Automobilindustrie. Audi und die Zulieferbetriebe prägten den Standort, zugleich veränderten Strukturwandel, künstliche Intelligenz und Energiepreise die Bedingungen für industrielle Wertschöpfung. Die Technische Hochschule Ingolstadt und die Katholische Universität sollen dabei ebenfalls eine Rolle spielen.
Zur Strategie gehören nach dem Willen der Fraktion auch Energieversorgung, Strom- und Wärmenetze, Speicher, digitale Infrastruktur und geeignete Gewerbeflächen. Vorrang sollen nach Möglichkeit bestehende und brachliegende Flächen haben.
Bei neuen, von der Stadt unterstützten Projekten verlangen die Grünen klarere Maßstäbe. Vor einer Entscheidung sollen Bedarf, vorhandene Angebote, mögliche Partner, Drittmittel und die Kosten für den städtischen Haushalt offengelegt werden.
Auch Wohnraum, Kinderbetreuung, Mobilität und die Integration internationaler Fachkräfte zählt die Fraktion zur Wirtschaftspolitik. Qualifizierte Beschäftigte sollen nicht nur in Ingolstadt arbeiten, sondern möglichst auch in der Stadt leben.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einem Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen; redaktionell bearbeitet.