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Heilig Geist Spital: "Da wackelt gerade der Schwanz mit dem Hund!"

Heilig Geist Spital: "Da wackelt gerade der Schwanz mit dem Hund!"

O-T(h)öne gibt Fraktionen und Gruppierungen im Ingolstädter Stadtrat, sowie ausgewählten Personen des gesellschaftlichen Lebens und aus dem journalistischen Bereich, in der Rubrik "Aus fremder Feder", die Möglichkeit eines Gastkommentars zur Ingolstädter Kommunalpolitik. Das Thema ist durch den Gastkommentator frei wählbar, ebenso die Länge des Textes. Die Veröffentlichung erfolgt nicht redigiert und ungekürzt. Die Verantwortung für den Inhalt trägt allein der Verfasser des Gastkommentars.

Gastkommentar von Hans Stachel, Vorsitzender der Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER

Vor einem Jahr wäre die Veränderung des öffentlichen Auftritts der Heilig Geist Spital Stiftung Ingolstadt noch ein großer Aufreger gewesen – heute passieren Dinge am Stadtrat und offensichtlich auch am Vorsitzenden des Stiftungsrates (Oberbürgermeistermeister Dr. Scharpf) vorbei – und es bleibt nicht mal eine Randnotiz – und das nach 700-jähriger Geschichte und Tradition, die uns ja angeblich immer wichtig ist.

Ohne Beschluss des zuständigen Stadtrats wird hier eigenmächtig gehandelt, vor überhaupt Beschlüsse über die Satzung der Stiftung durch den Stadtrat vorliegen. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Da wackelt gerade der Schwanz mit dem Hund! Wer es nicht glaubt, braucht sich nur mal die neue Homepage der „Spitalstiftung“ anschauen. Ich kenne nur die Heilig Geist Spital Stiftung Ingolstadt – und damit identifizieren sich auch die Ingolstädterinnen und Ingolstädter.

Kritiker sagen jetzt vielleicht: „Wenn er sonst keine Probleme hat…“ Da haben sie dann leider nicht recht. Ich, -nein wir, und da nehme ich jetzt mal ungefragt alle Stadtratskolleginnen und Kollegen aller Fraktionen und Gruppierungen mit ins Boot – wir haben gerade gefühlt ein riesiges Problem.

In unseren Alten- und Pflegeheimen der Heilig Geist Spital Stiftung erkranken und sterben gerade Mitarbeiterinnen, Seniorinnen und Senioren und keiner möchte mit diesem Thema politisch aufschlagen und in irgendeiner Weise politischen  Profit daraus ziehen bzw. sich profilieren. Das Leid und der Tod der Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Trauer der Angehörigen macht uns sprachlos – und mir geht es nicht anders.

Über 20 Todesfälle sind eine erschreckende Tragödie in Ingolstadt, wie wir sie seit Jahrzehnten zum Glück nicht hatten. Ich denke allerdings inzwischen, dass es an der Zeit ist, daß wir als gewählte Bürgervertreterinnen und Vertreter diese Schockstarre überwinden. Immer mehr Berichte und Informationen erreichen mich und sicher auch Kolleginnen und Kollegen, die mich an den korrekten Vorgängen im Heilig Geist Spital und an den zuständigen Aufsichtsorganen und Gremien zweifeln lassen.

Lückenlose Aufklärung zu fordern, klar, das ist ein guter erster Reflex, dass wir uns und den zuständigen Stellen dafür aber Wochen Zeit lassen, als wäre es nur eine betriebswirtschaftliche Klärung von Finanzzahlen, ist für Betroffene eine Zumutung.
Auch die Frage, wer hier wen, bzw. sich selbst kontrolliert, ist zu beantworten. Auf die Staatsanwaltschaft zu warten bzw. zu verweisen wird von vielen als ein Wegducken gewertet, statt Verantwortung zu übernehmen.

Viele Fragen – wenig Antworten -  die Angehörigen und Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch die Öffentlichkeit und die politisch Verantwortlichen brauchen Antworten – jetzt, je eher um so besser. Das ist auch für die Zukunft und das Vertrauen in unsere Heilig Geist Spital Stiftung und in die Politik wichtig.

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