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Hommage auf Fritz Böhm

Hommage auf Fritz Böhm

O-T(h)öne gibt Fraktionen und Gruppierungen im Ingolstädter Stadtrat, sowie ausgewählten Personen des gesellschaftlichen Lebens und aus dem journalistischen Bereich, in der Rubrik "Aus fremder Feder", die Möglichkeit eines Gastkommentars zur Ingolstädter Kommunalpolitik. Das Thema ist durch den Gastkommentator frei wählbar, ebenso die Länge des Textes. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser des Gastkommentars.

Gastkommentar von Achim Werner, Fraktionsvorsitzender der SPD

Am 22, Februar wäre Fritz Böhm hundert Jahre als geworden. Für mich wie für zahllose Ingolstädterinnen und Ingolstädter ist das Anlass, sich voller Hochachtung und Dankbarkeit an ein herausragendes Lebenswerk zu erinnern.

Ohne Fritz Böhm gäbe es heute kein Audi, wie wir es kennen, als selbständiges Unternehmen, das sich nach einem regelrechten Todeskampf Ende der 50er Jahre zu einem weltweit führenden Premiumproduzenten entwickelt hat.

Fritz Böhm war auch auf allen drei politischen Ebenen aktiv, im Bund, im Land und im Stadtrat. Als Landtagsabgeordneter hat er früher als die meisten anderen die Notwendigkeit erkannt, etwas für den Naturschutz zu tun. Im Bundestag hatte er entscheidenden Anteil am Zustandekommen des Betriebsverfassungsgesetzes, das den Arbeitnehmern ganz neue Möglichkeiten des Mitwirkens in den Unternehmen eröffnete.

Im Stadtrat achtete er streng auf eine solide Finanzpolitik, die für ihn aber nie Selbstzweck war, sondern Mittel zum Zweck. Und der bestand darin, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

Fritz Böhm hat aber auch immer beherzigt, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt. Die Kultur hatte für ihn einen hohen Stellenwert, ohne dass er davon viel Aufhebens machte. Unvergessen bleibt sein Einsatz für den Ankauf der Gomringersammlung in den achtziger Jahren, die schon zu scheitern drohte, bis Audi - sicher unter sanftem Druck des Betriebsratsvorsitzenden - sich zu einer höheren finanziellen Beteiligung durchrang. Die Sammlung Gomringer wurde dann zum Grundstock des Museums für konkrete Kunst und Design.

Herausragend war auch Fritz Böhms Einsatz für Menschen, die sich mit Handicaps durchs Leben schlagen müssen. Er gründete 1977 bei Audi die Belegschaftssammlung, die seither mit Millionenbeträgen in zigfacher Höhe Organisationen unterstützt, die es Menschen mit Handicaps erleichtern, ihr Schicksal zu meistern. Insbesondere die Lebenshilfe wäre ohne sein Engagement wohl nicht zu dem geworden, was sie heute ist.

Neben seinen großen politischen Erfolgen zeichnet sein Lebenswerk aus, dass Fritz Böhm zahllosen Menschen in persönlichen Notlagen geholfen hat. Wer nicht mehr in der Lage war, sich selbst zu helfen, der war oft und oft bei ihm an der richtigen Adresse.

So erinnern wir uns am Tag seines hundertsten Geburtstags voller Hochachtung an Fritz Böhm, voller Ehrfurcht, voller Dankbarkeit, voller positiver Gedanken, und ja - Liebe ist es auch!

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