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Als Horst Werschetzki 1969 das Kreuztor mit der Feder zeichnete, kannte er Ingolstadt noch kaum. Nun wird das Blatt genau dort gezeigt, im historischen Stadttor – als frühestes Werk einer Ausstellung, die nahezu sechs Jahrzehnte seines künstlerischen Schaffens umfasst.
„Herzübungen – Querschnitt von 1969 bis 2026“ heißt die Werkschau, zu der der Förderverein Kreuztor einlädt. Zu sehen sind frühe grafische Arbeiten, geometrische Kompositionen, Aquarelle und neuere Bildserien. Die Ausstellung zeichnet Werschetzkis Entwicklung vom Grafiker zum freien Künstler nach.
Werschetzki kam nach dem Prager Frühling aus der damaligen Tschechoslowakei nach Ingolstadt und begann beim Donaukurier eine Grafikerlehre. Aus dieser Zeit stammt die Zeichnung des Kreuztors. Dass sie nun zum Ausgangspunkt einer Ausstellung an eben diesem Ort wird, gibt der Schau eine persönliche Klammer.
Arbeiten aus den Siebziger- und Achtzigerjahren zeigen seine Beschäftigung mit geometrischen Strukturen, optischen Täuschungen und Typografie. Künstler wie Victor Vasarely und Marcello Morandini beeinflussten diese Phase. Mehrere der damals entstandenen Studien waren bislang nicht öffentlich zu sehen. Auch die von Werschetzki entwickelte Schrift WER1 gehört zur Ausstellung.
Einen Schwerpunkt bilden die Aquarelle. Seit 1978 arbeitet der Künstler intensiv mit dieser Technik. Die Auswahl reicht von Landschaften und Stadtansichten bis zu Aktstudien.
Ergänzt wird die Schau durch die seit 2012 entstehenden Monatsmosaike. Dafür verbindet Werschetzki jeweils 32 kleinere Arbeiten zu einem großformatigen Bild. Aquarell, Tusche, Grafik, Typografie und abstrakte Malerei stehen darin nebeneinander.
Die Vernissage beginnt am Freitag, 24. Juli, um 19 Uhr im Kreuztor. Die Ausstellung ist vom 25. Juli bis 9. August samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 0173/8932084 geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Fördervereins Kreuztor Ingolstadt; redaktionell bearbeitet.