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IFG: Konsolidierung auf Zeit

Die Ingolstädter Wirtschaftsförderungsgesellschaft (IFG) plant für 2026 mit einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis. Nach einem erwarteten Fehlbetrag von rund 6,8 Millionen Euro im laufenden Jahr soll das Defizit im kommenden Jahr auf etwa 300.000 Euro schrumpfen. Grundlage dafür ist ein Wirtschaftsplan, den der Finanzausschuss vorberaten hat und über den der Stadtrat demnächst entscheiden soll.

Die Entlastung ist vor allem rechnerischer Natur. Höhere Umsatzerlöse – unter anderem aus Grundstücksverkäufen – sowie steigende Einnahmen aus Parkeinrichtungen tragen zur Verbesserung bei. Gleichzeitig sinken die Abschreibungen, etwa durch den Ablauf der Nutzungsdauer einzelner Anlagen. Strukturelle Spielräume eröffnet das jedoch nur begrenzt.

Grundstücksverkäufe als tragende Säule

Zentraler Hebel der Planung bleibt die Vermarktung städtischer Flächen. Für 2026 ist insbesondere der Verkauf eines Grundstücks im Bereich GVZ II Süd vorgesehen, der maßgeblich zum positiven Effekt im Erfolgsplan beiträgt. Auch in den Folgejahren 2027 und 2028 sind weitere Verkäufe eingeplant, etwa an der Südlichen Manchinger Straße und im Gewerbegebiet Weiherfeld.

Ab 2029 hingegen sind keine nennenswerten Erlöse aus Grundstücksveräußerungen mehr hinterlegt. Die Mittelfristplanung macht damit deutlich: Die derzeitige Entspannung basiert auf zeitlich begrenzten Effekten – nicht auf einer dauerhaft veränderten Ertragsstruktur.

CongressCentrum bleibt Dauerbelastung

Ein konstanter Belastungsfaktor bleibt das CongressCentrum. Der laufende Betrieb schlägt weiterhin mit rund einer Million Euro jährlich zu Buche. In der Mittelfristplanung verändert sich dieser Wert kaum.

Die hohen Abschreibungen von etwa 2,25 Millionen Euro pro Jahr werden jedoch vollständig kompensiert: Sie werden durch die Auflösung von Rücklagen gedeckt, die aus früheren Einlagen der Stadt Ingolstadt stammen. Für den langfristigen Bauunterhalt des CongressCentrums ist zudem eine jährliche Rücklagenbildung von rund 975.000 Euro vorgesehen.

Parkeinrichtungen: höhere Erlöse, aber kein Befreiungsschlag

Auch die Parkeinrichtungen bleiben defizitär. Trotz geplanter Tariferhöhungen ab September 2026 und 2028 steigen die nicht durch Erlöse gedeckten Aufwendungen zunächst weiter und erreichen 2026 rund 2,6 Millionen Euro. Zwar können jährlich etwa eine Million Euro aus Rücklagen zur Abfederung der Abschreibungen eingesetzt werden – eine strukturelle Trendwende ist damit jedoch nicht verbunden.

Zuschuss für das digitale Gründerzentrum

Im Wirtschaftsplan 2026 ist zudem ein zweckgebundener Zuschuss in Höhe von 600.000 Euro für das brigk, das digitale Gründerzentrum der Region Ingolstadt, vorgesehen. Ziel ist es, den Betrieb angesichts veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu stabilisieren und neu auszurichten. Der Zuschuss ist ausdrücklich nicht rückzahlbar.

Personal und Verwaltung: moderates Wachstum, steigende Kosten

Der Personalbestand der IFG bleibt weitgehend stabil. Für 2026 sind rund 75 Vollzeitäquivalente eingeplant. Tarifsteigerungen sowie einzelne Nachbesetzungen führen jedoch zu einem Anstieg der Personalkosten. In der Verwaltung schlagen zusätzlich Investitionen in Compliance-Strukturen und IT-Sicherheit zu Buche.

Schuldenabbau nur bei Planerfüllung

Ein zentrales Ziel der Planung ist der Abbau der Kreditverbindlichkeiten. Bis Ende 2026 soll die Kreditmittelinanspruchnahme von derzeit knapp 195 Millionen Euro auf 191 Millionen Euro sinken. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die vorgesehenen Grundstücksverkäufe wie geplant realisiert werden. Gelingt das nicht, verschiebt sich auch der Schuldenabbau.

Die Mittelfristbilanz zeigt entsprechend: Das Sachanlagevermögen nimmt kontinuierlich ab, die Verschuldung sinkt nur schrittweise. Der finanzielle Spielraum bleibt eng.

Der IFG-Wirtschaftsplan 2026 markiert eine Atempause – mehr nicht. Die Zahlen zeigen eine vorübergehende Konsolidierung, getragen von Einmaleffekten und Rücklagen. Dauerhafte Entlastungen oder strukturelle Überschüsse sind nicht in Sicht. Spätestens mit dem Auslaufen der geplanten Grundstücksverkäufe stellt sich erneut die Frage, wie belastbar das Geschäftsmodell der städtischen Gesellschaft tatsächlich ist.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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