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742 junge Menschen beginnen zum 1. September in Ingolstadt eine Ausbildung in einem IHK-Beruf. Das sind nach vorläufigen Zahlen 13,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang fällt deutlich aus – obwohl zahlreiche Betriebe weiterhin Ausbildungsplätze nicht besetzen können.
Wie sich das Ausbildungsjahr tatsächlich entwickelt, ist allerdings noch offen. Die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern weist darauf hin, dass Verträge inzwischen häufig auch erst im September oder Oktober abgeschlossen werden. Eine belastbare Bilanz erwartet sie deshalb erst zum Jahresende.
Für Franz Schabmüller, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Ingolstadt, zeigt sich darin eine zunehmend schwierige Lage. Unternehmen mit freien Stellen berichteten von fehlenden Bewerbungen oder Bewerbern, die aus ihrer Sicht nicht ausreichend für eine Ausbildung vorbereitet seien. Gleichzeitig wirke sich die schwache wirtschaftliche Entwicklung auf die Ausbildungsbereitschaft aus. Besonders die Industrie sei davon betroffen. Im Handwerk, in Pflege und Gesundheitswesen sowie bei schulischen Ausbildungen im öffentlichen Bereich gebe es dagegen mehr Zulauf.
Dass offene Stellen und weniger neue Ausbildungsverträge gleichzeitig auftreten, zeigt auch eine aktuelle Umfrage der IHK. Jeder zweite befragte Ausbildungsbetrieb gibt darin an, Ausbildungsplätze nicht besetzt zu haben. Als häufigsten Grund nennen die Unternehmen fehlende oder ungeeignete Bewerbungen. 94 Prozent sehen bei Bewerbern Defizite bei Voraussetzungen, die sie für eine Ausbildung erwarten. In Ingolstadt bilden derzeit 295 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen nach Angaben der Kammer für mehr als die Hälfte aller dualen Ausbildungsverhältnisse in der Stadt.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der IHK für München und Oberbayern; redaktionell bearbeitet.