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ILS bald ohne Berufsfeuerwehr? – Interview mit Geschäftsführer Griesche

ILS bald ohne Berufsfeuerwehr? – Interview mit Geschäftsführer Griesche

Von Thomas Thöne

Die Stadt Ingolstadt hat den Vertrag zur Mitarbeit von Beschäftigten der Berufsfeuerwehr Ingolstadt in der Integrierten Leitstelle Ingolstadt (ILS) gegenüber dem Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung (ZRF) gekündigt.

Dies bedeutet, falls die Kündigung bestehen bleibt, dass der ZRF diese Mitarbeiter durch eigenes Personal ersetzen muss. Neue Beschäftigte müssen allerdings erst einmal gefunden und dann an der Feuerwehrschule in Geretsried für die Tätigkeit als Disponenten in der ILS ausgebildet werden. Bei der Berufsfeuerwehr sind derzeit 30 Personen für die Aufgabe qualifiziert.

Die ILS wickelt das Notrufgeschehen im Bereich Feuerwehr und Rettungsdienst (Notruf 112) in Ingolstadt und den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen ab. Die Ingolstädter Berufsfeuerwehr unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZRF bei dieser Aufgabe seit Inbetriebnahme der Einrichtung im Jahr 2008. Zuvor gab es keine einheitliche Rufnummer für den Rettungsdienst und die Feuerwehr. Das Einsatzgeschehen wurde auch nicht zentral für beide Bereiche zusammen gesteuert.

Vor Baubeginn der ILS war politisch umstritten, an welcher Örtlichkeit die Einsatzzentrale errichtet werden soll. So mancher Landrat hätte die ILS gerne in seinem Landkreis gewusst. Die Stadt Ingolstadt hätte die ILS gene im alleinigen Zuständigkeitsbereich der Berufsfeuerwehr gesehen, was gegenüber den Landräten allerdings politisch nicht durchsetzbar war. Ein entscheidendes Argument, die neue Leitstelle in den Räumlichkeiten der Feuerwache an der Dreizehnerstraße in Ingolstadt dennoch unterzubringen, war das sogenannte Verstärkungskonzept und die Mitwirkung der Berufsfeuerwehr im Regelbetrieb der ILS. Das Verstärkungskonzept greift bei größeren Schadenslagen oder Unwetterereignissen, bei denen viele Notrufe aus dem Zuständigkeitsbereich der ILS auflaufen. Um diese zeitnah abarbeiten zu können wird nicht nur dienstfreies Personal des ZRF alarmiert, sondern die Berufsfeuerwehr verstärkt auch zeitnah die Einsatzzentrale, um das erhöhte Anruferaufkommen abarbeiten zu können. Genau dieses Verstärkungskonzept der Berufsfeuerwehr für die ILS war ein wesentliches Argument für die damaligen Landräte der Errichtung der ILS in Ingolstadt zuzustimmen.

Wenn die Kündigung durch die Stadt wirksam wird, muss nicht nur der ZRF neues Personal akquirieren, die Berufsfeuerwehr wird eine eigene Einsatzzentrale aufbauen müssen, analog den Kreiseinsatzzentralen der Feuerwehren in den Landkreisen. Dies dürfte mit erheblichen finanziellen Auswirkungen einhergehen. Umso bemerkenswerter ist es, dass der ganze Vorgang, vor Zuleitung der Kündigung an den ZRF, nicht in der Kommission für Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungswesen des Ingolstädter Stadtrates behandelt wurde und auch nicht im Stadtratsplenum.

O-T(h)öne hat mit dem Geschäftsführer des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung der Region Ingolstadt, Günther Griesche, ein Interview zur besagten Kündigung des Vertrages durch die Stadt Ingolstadt geführt.

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