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Immer mehr Menschen unter der Armutsgrenze

In Deutschland ist die Armutsgefährdung erneut gestiegen. Nach aktuellen Erstergebnissen waren 2025 rund 13,3 Millionen Menschen betroffen. Das entsprach 16,1 Prozent der Bevölkerung. Im Jahr zuvor lag der Anteil bei 15,5 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. Für Alleinlebende lag diese Schwelle zuletzt bei 1 446 Euro netto im Monat. Für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren betrug sie 3 036 Euro. Grundlage der Berechnung ist jeweils das Einkommen des Vorjahres.

Besonders häufig betroffen sind bestimmte Lebenslagen. Bei Alleinlebenden lag die Armutsgefährdungsquote bei 30,9 Prozent, bei Alleinerziehenden bei 28,7 Prozent. Nach dem Erwerbsstatus wiesen Arbeitslose mit 64,9 Prozent den höchsten Anteil auf. Auch Nichterwerbstätige sowie Menschen im Ruhestand lagen über dem Durchschnitt.

Ein erweiteter Blick auf soziale Teilhabe zeigt ein ähnliches Bild. Demnach galten 21,2 Prozent der Bevölkerung als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Der Wert blieb damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. In diese Kategorie fallen Personen mit niedrigem Einkommen, mit erheblichen materiellen oder sozialen Einschränkungen oder mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung im Haushalt.

In Bayern lag die Armutsgefährdungsquote unter dem Bundeswert, ist aber auch gestigen. Dort waren 12,4 Prozent der Bevölkerung betroffen, rund 1,6 Millionen Menschen. Auch im Freistaat zählen Alleinlebende und Alleinerziehende zu den besonders gefährdeten Gruppen. Ihre Anteile fielen jedoch niedriger aus als im bundesweiten Vergleich.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der statistischen Ämter des Bundes und des Landes Bayern; redaktionell bearbeitet.

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