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Die Zahl der neuen Pflegefälle bleibt seit Jahren stabil. Doch beim Alter der Betroffenen zeigt sich eine Verschiebung. Seit 2019 treten jährlich rund 350.000 Versicherte ab 60 Jahren neu in die Pflege ein. Diese Zahl blieb bis 2024 weitgehend konstant. Das geht aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervor. Gleichzeitig werden die Menschen beim Eintritt in die Pflegebedürftigkeit im Schnitt jünger. Lag das Durchschnittsalter 2019 noch bei 79,5 Jahren, waren es 2024 nur noch 77,9 Jahre.
Besonders deutlich ist die Entwicklung bei den 60- bis 69-Jährigen. Ihr Anteil an den Pflegeeintritten stieg von 13,9 Prozent im Jahr 2019 auf 19,5 Prozent im Jahr 2024. Der Anteil der Hochbetagten ging im gleichen Zeitraum zurück. Dennoch ist die Mehrheit der Betroffenen weiterhin mindestens 80 Jahre alt.
Auch die Schwere der Pflegebedürftigkeit hat sich verändert. Der Anteil der niedrigeren Pflegegrade nahm zu. Pflegegrad 2 wurde mit 46,5 Prozent am häufigsten festgestellt, gefolgt von Pflegegrad 1 mit 29,7 Prozent. Höhere Pflegegrade sind seltener geworden: Pflegegrad 4 lag 2024 bei 3,8 Prozent, Pflegegrad 5 bei 1,3 Prozent.
Insgesamt zeigt sich ein Trend: Pflegebedürftigkeit wird früher festgestellt, beginnt aber häufiger mit geringerer Schwere. Die Analyse deutet zudem darauf hin, dass sich der Unterstützungsbedarf verändert. Besonders das Pflegegeld gewinnt an Bedeutung, vor allem in den mittleren Pflegegraden. Die Ergebnisse könnten auch für die geplante Reform der Pflegeversicherung eine Rolle spielen. Fachleute verweisen darauf, dass Prävention stärker berücksichtigt werden sollte, um eine Verschlechterung des Gesundheitszustands möglichst hinauszuzögern.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK; redaktionell bearbeitet.